Freitag, 16. Januar 2015

Schnelle Luft

Wie sagt man in Norddeutschland so schön:

Sturm ist es erst, wenn die Schafe auf dem Deich keine Locken mehr haben! 

Das Glätteisen konnten die ziegenartigen, wiederkäuenden Paarhufer in den vergangenen Tagen im Schrank lassen, denn da war verdammt viel schnelle Luft unterwegs, sprich es war Sturm, aber so richtig und auch heute pustet es wieder gewaltig.

Gleich drei ausgewachsene Sturmtiefs - Elon, Felix und der Hermann- sind über Hamburg hinweggezogen, haben die geknuteten Tannenbäume über die Wiesen gefegt, 


die letzen Nadeln vom abgelegten Jahresendgrün geholt


und die Elbe zu Hund Emmas großem Erstaunen prächtig über die Ufer treten lassen. Da wo sonst der Elbstrand ist, war nur noch Wasser, Wasser, Wasser.


Und wenn man dann da so steht und der Fluß verdammt zügig steigt, wird einem furchtbar schnell klar, dass Hochwasserschutz ´ne ganz tolle Idee ist und so ein Deich auch in einer Großstadt wohl eine recht feine Sache ist.


Zum Glück schützen über 100 km Deich und Hochwasserschutzwände die schönste Stadt der Welt, und was wäre für diese Wetterlage passender, als der Umstand, dass am Baumwall und den Landungsbrücken die neu gestaltete Hochwasserschutz-Promenade immer deutlichere Gestalt annimmt. Hund Emma hat Deichkilometer 41 bei ihrem ersten Hafen-Gassi in diesem Jahr in Augenschein genommen und für gut befunden. 



Bei der Hamburger Architektur-Olympiade 2006 bekam die international bekannte Architektin Zaha Hadid mit ihrer Idee von einer neuen Ufer-Promenade zwischen Baumwall und Landungsbrücken den Zuschlag. Seit 2011 wird an der Promenade gebaut. 80 Millionen Euro soll sie kosten, vor allem einen besseren Hochwasserschutz bieten aber auch das wirklich hässliche Betonmonstrum ersetzen, dass seit Mitte der 60. Jahre die Innenstadt vor Sturmfluten schützt. 


Die neue Promenade wird Treppen- und Terrassen-Anlagen zum Wasser haben auf denen man sitzen und sich den Wind um die Nase wehen lassen kann. 

Ich glaube, das wird richtig schön und Hund Emma freut sich schon auf die viel breitere Promenade, auf der man dann viel, viel besser Möwen wird jagen können. 




Bis die Promenade fertig ist, wird uns aber bestimmt noch viel schnelle Luft um die Nase wehen und wir werden uns freuen, dass wir eine leckere Apfel-Tarte gemütlich am heimischen Wohnzimmerfenster mit Blick auf den waagerecht fallenden Regen genießen und noch nicht auf der Promenade sitzen.

Gegen Wind und Wetter und für gute Laune an dunklen Wintertagen hat daher einmal wieder

die Feldküche geöffnet.

Es gibt 

Apfel-Tarte
nach einem Rezept aus meinem
Weihnachts-Geschenk-Kochbuch von
Michel Roux




Was man braucht

250 gr. Weizenmehl
125 gr. kalte Butter
60 gr. Zucker
1 Ei
1 Tasse Eiswasser

6 Äpfel
Vanillemark
40 gr Zucker 

Orangen- oder Aprikosenmarmelade

Wie man es macht

Butter in kleine Stückchen schneiden. Mehl in eine Schüssel sieben, Butterstückchen hinzugeben und schnell miteinander zu einem krümeligen Teig verarbeiten. Zucker und Ei hinzugeben und vorsichtig etwas von dem Eiswasser dazugeben - mit wenig anfangen und ggf. noch etwas mehr Wasser nachgießen - und schnell mit den Händen zu einem festen, glatten Teig verkneten. Teig zur Kugel formen, in Folie wickeln und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen.



Äpfel schälen.

Aus zwei Äpfeln Apfelkompott kochen. Dazu die Äpfel entkernen und in Stücke schneiden. In einen Topf geben. Vanillemark aus einer Vanilleschote herauskratzen, indem man die Schote vorsichtig mit einem spitzen Messer aufschneidet und dann mit der Messerspitze das Mark herausnimmt, und zu den Apfelstücken in den Topf geben. Zucker dazugeben und unter Rühren auf mittlerer Flamme erhitzen. Ziehen die Äpfel nicht genug Wasser, etwas Wasser hinzugeben, Topfdeckel auflegen und die Äpfel und gelegentlichem Rühren zum Kompott einkochen. Kompott etwas abkühlen lassen.


Die vier verbleibenden Äpfel ebenfalls entkernen und - bis auf eine Apfelhälfte - in feine Scheiben schneiden. Die Apfelhälfte in kleine Würfel schneiden.

Ofen auf 180°C vorheizen.

Teig dünn ausrollen. Eine Tarteform fetten und den Teig in die Form geben und mit einer Gabel mehrfach einstechen. Backpapier auf den Teig legen und den Teig erneut für 15 Minuten in den Kühlschrank geben. Nach den 15 Minuten Teig aus dem Kühlschrank nehmen und getrocknete Erbsen auf das Backpapier legen und die Tarteform für 15 Minuten in den Ofen geben.

Aus den Ofen nehmen, das Backpapier und die Erbsen entfernen.

Kompott auf den Boden geben. Dann die Apfelspalten ziegelartig auf die Tarte legen. Mit dem äußeren Kreis beginnen und die Kreise jeweils entgegengesetzt legen. Die Mitte der Tarte mit den Apfelstücken belegen. Der Kompott muss an jeder Stelle mit Äpfeln bedeckt sein.


Tarte in den Ofen geben und für ca. 40 Minuten backen, bis die Äpfel weich sind und der Boden knusprig ist.

Marmelade mit etwas Wasser verrühren und die Tarte damit bestreichen.

Schmeckt sehr gut mit halbfest geschlagener Sahne.



Die Tarte auf meinen Bildern ist aus der Hälfte der Zutaten in einen kleinen Tortenform gebacken.

Sie reicht für 4 Personen.


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