Montag, 22. Dezember 2014

Oh Tannenbaum - Der Weihnachtspost -

Noch zwei Tage, dann ist Heiligabend und das HamburgerAllerlei wird ihn auch in diesem Jahr schmücken, den Weihnachtsbaum.

Noch Mitte November konnte ich mir vieles vorstellen, nur eines nicht, Weihnachten und den dazugehörigen Dekoterror. Baum kaufen, irgendwie in den Christbaumständer zwängen, den meist untauglichen Versuch unternehmen, den Baum irgendwie gerade hinzustellen, die Weihnachtsdeko im völlig überfüllten Abstellraum suchen und mit Glück finden, Lichterkette entwirren, lästige Häkchen an den Kugeln, Engeln und sonstigem Weihnachtsbaumgedöns anbringen und zu guter Letzt den Baum schmücken. Nee, dieses Jahr bestimmt nicht!!

Die Tage verstrichen, es ging auf Ende November zu und was soll ich sagen, ich musste dann natürlich doch ganz kurz mal zu IKEA und gucken, was es dort in diesem Jahr für Weihnachtsdeko gibt. Ihr ahnt es. Natürlich habe ich dann pünktlich zum ersten Advent doch ein Adventsgesteck aufgestellt und so ein büschen weihnachtliche Deko in der Wohnung verteilt. Der Zwang zur Jahresenddeko ist in meinem im kulturellen Langzeitgedächtnis offensichtlich doch so stark verankert, dass ich dekorieren muss. Ist ja doch auch immer wieder schön.




Und wenn man dann schon vier Wochen lang auf die Adventsdeko geschaut hat, kann man das Fest auch mit Anstand zu Ende bringen und einen Weihnachtsbaum aufstellen, ist ja schließlich eine gute alte Tradition.

1419 tauchte der Vorgänger unseres nadelnden Freundes erstmals auf, der weihnachtliche Gabenbaum. Die Bäckerzunft in Freiburg stellte für die Armen im Heilg-Geist-Spital einen Gabenbaum auf. In der Bremer Zunftchronik von 1570 wird das „Dattelbäumchen“ erwähnt, eine kleine Tanne, geschmückt mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Brezen und Papierblumen, die die Kinder der Zunftgenossen am 6. Januar abschütteln durften. Im Laufe der Zeit hielt der Weihnachtsbaum dann Einzug in die guten Stuben.„Auff Weihnachten richtet man Dannebäum zu Straßburg in der Stuben auf, daran henckett man rosen aus vielfarbigem Papier geschnitten, Äpfel, Oblaten, Zischgold, Zucker etc….“, heißt es in einem Dokument aus dem Jahre 1604. Unser grüner Freund machte sich also im 17. und 18. Jahrhundert vom Elsass aus auf den Weg in die Wohnzimmer, wobei der Brauch zunächst fast ausschließlich vom Adel gepflegt wurde. Erst im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts schmückte auch das gehobene Bürgertum seine Häuser mit einem Weihnachtsbaum.

Ob ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde, war dabei sicherlich eine Frage der Ehre, vor allem aber eine Frage der Konfession. Protestanten hatten einen Weihnachtsbaum, Katholiken eine Krippe.

Zu dem deutschen Festtagssymbol machte ihn, Ironie des Schicksals, der Deutsch-Französiche Krieg von 1870/1871. Am Heiligen Abend des Jahres 1870 ließ die Heeresleitung in Quartieren, Unterständen und Lazaretten Christbäume aufstellen. Das kam offensichtlich gut an. Die heimkehrenden Soldaten führten den Weihnachtsbaum in ihren Familien ein und mit seiner darauf folgenden weiteren Verbreitung wurde er vom protestantischen Festtagsgehölz zum konfessionsübergreifenden Jahresendgrün.

Heute werden in Deutschland roundabout 29 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. 10 Prozent davon werden importiert, vor allem aus Dänemark, aber auch aus Ungarn, Österreich, Polen und Tschechien.Da man 29 Millionen Tannenbäume nicht im Wald schlagen kann, stammt der allergrößte Teil aus Weihnachtsbaumkulturen. Nur etwa 15 Prozent aller in Deutschland gehandelten Weihnachtsbäume werden noch von Waldbetrieben verkauft. Aber auch diese Bäume stammen häufig nicht direkt aus dem Wald, sondern wachsen auf besonders dafür vorgesehenen Flächen (z. B. auf durch den Wald führenden Trassen für Hochspannungsleitungen oder Gas-Pipelines) oder auf zum Forstbetrieb gehörenden Landwirtschaftsflächen.

Dieser Hochleistungslandwirtschaft verdanken wir leider nicht nur gerade gewachsene, super grüne kaum nadelnde Bäume, sondern vor allem auch den Einsatz von Giften und Dünger und damit die Belastung von Böden sowie von Grund- und Oberflächengewässern.

Ein konventionell angebauter Weihnachtsbaum kam daher für das HamburgerAllerlei nicht infrage. Wer wie wir beim Feldversuch kein Gift und keinen Dünger einsetzt und Sellerie und Möhren freundschaftlich mit den Wühlmäusen teilt, der holt sich einen Baum aus einer anerkannte ökologischen Weihnachtsbaumkultur ins Wohnzimmer.

Also auf in den Forst Klövensteen, wo es wie jedes Jahr einen Weihnachtsbaumverkauf gibt und wo man Bäume mit dem FSC-Gütezeichen kaufen kann.
 

Das FSC-Gütezeichen (Zertifikat des Forest Stewardship Council) ist ein internationales Gütesiegel. FSC steht für eine umweltgerechte, sozial verträgliche und wirtschaftlich tragfähige Waldnutzung.  FSC wurde nach dem Umweltgipfel von Rio 1993 gegründet und folgt den Empfehlungen der Agenda 21. Nach der Agende 21 sollen bei Entscheidungen über Landnutzungsfragen alle Gruppierungen mit ökonomischen, sozialen und ökologischen Interessen beteiligt und ihre Interessen berücksichtigt werden. FSC ist zwar kein Öko-Siegel, doch wird es weltweit von den meisten Umweltorganisationen als Mindeststandard einer verantwortbaren Forstwirtschaft akzeptiert. Pestizidfreiheit ist beim FSC-Weihnachtsbaum garantiert.

Hoffentlich müssen wir an Heiligabend nicht sozialpolitische Themen mit unserem Ök-Bäumchen diskutieren! Würde sich aber lohnen, denn richtig schön ist er und richtig schön war auch der Ausflug in den Forst Klövensteen mit anschließendem Glühweingeschlabber und Bratwurstgemümmel.






Und wenn wir schon beim Thema Essen sind, die

Feldküche hat geöffnet!

Es gibt, ganz passend zum Weihnachtsbaum, einen




Was man braucht

250 gr Weizenmehl,
125 gr Quark,
200 gr Zucker,
125 gr Butter
1 Ei,
75 gr gemahlenen Mandeln,
75 gr Rosinen,
25 gr Orangeat,
25 gr Zitronat,
2 EL Rum,
1 Prise Salz,
1 Tl Zimt,
1 Prise frisch geriebene Muskatnuss,
1TL Orangenschalen fein gerieben,
1 TL Zitronenschale fein gerieben,
1/2 Tütchen Backpulver  

50 gr Butter
5 EL Puderzucker

Wie man es macht

Rosinen, Orangeat und Zitronat in 2 EL Rum einweichen. 

Mehl mit dem Backpulver mischen. Zucker mit dem Ei, einer Prise Salz schaumig schlagen. Butter in kleinen Stücken hinzugeben und kurz aufschlagen. Gewürze und das Mehl mit dem Backpulver dazugeben und auf mittlerer Stufe kurz miteinander kurz verkneten. Den Quark, die Zitronen- und Orangenschale, die geriebenen Mandeln und die eingelegten Früchte mit dem Rum hinzugeben und alles zu einem homogenen Teig verkneten. 

Den Backofen auf 180° C vorheizen. Den Teig zu einem Laib formen, auf  ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und 30-40 Minuten backen. 

Die 50 gr Butter schmelzen lassen. 

Stollen aus dem Ofen nehmen, noch warm mit flüssiger Butter bestreichen und mit Puderzucker bestäuben. 







So, das war wahrscheinlich der letzte Post für dieses Jahr.

Was noch bleibt, ist dies!

Frohe, tolle, besinnliche oder turbulende, 

stille oder schrille, einfach genau

die Weihnachten

die Ihr haben möchtet,

wünschen Euch

Kerstin 

Doris 

und

Hund Emma.

Feiert mit Euren Lieben und lasst Euch reich beschenken. 

Rutscht gut in das neue Jahr und schaut auch in 2015 wieder vorbei, beim 

HamburgerAllerlei!!!





Kommentare:

  1. Schöner Post! Und der Baum sieht doch gut aus! Ebenso das süße Hündchen! Ich wünsche Euch ein wunderschönes, friedvolles und stressfreies Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!!

    LG Ivi

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  2. Toller Blog, was für din leckeres Rezept und süsser Terrier:)
    Liebe Grüße
    Isa
    Www.label-love.blogspot.com

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