Dienstag, 9. Dezember 2014

Das war das Jahr

Nun ist es fast vorbei, unser und Euer erstes Jahr mit dem HamburgerAllerlei und dem Feldversuch. 

Zeit für einen Jahresrückblick, die Auswertung des Feldversuchs 2014 und Zeit für viele Bilder, die es im Jahr 2014 zunächst nicht in den Recall und schon mal gar nicht auf den Blog geschafft haben, die wir Euch aber nun zum Jahresende doch nicht vorenthalten wollen.

Vor allem wollen wir Euch aber nicht vorenthalten, wer der Gewinner unseres

Advent-Bloggin 2014
 Gewinnspiel 

ist: Trommelwirbel, Licht aus, Spot an, jaaaaaaaaaaa:

Es ist

Nicole G!

Herzlichen Glückwunsch liebe Nicole!     

Allen anderen Teilnehmern, Followern, Lesern und Freunden des HamburgerAllerlei vielen, vielen, vielen Dank, dass Ihr mitgemacht, unseren Post kommentiert, zu unseren Followern geworden seid und unsere Facebook-Fanpage geliked habt. Wir haben uns so sehr über Eure Kommentare und das Lob für unsere Winter-Wonder-Land-Box gefreut. Bleibt uns auch in 2015 gewogen, wir freuen uns schon auf das kommende Jahr.

Und nun, meine Damen und Herren, der Jahresrückblick auf den

Feldversuch 2014

 

 

Schon im November 2013 gab es erste Vorüberlegungen für den Feldversuch 2014. Doris bekam das Feld von mir zum Geburtstag geschenkt und die Planung begann. 

Was wird wo gepflanzt und noch wichtiger, was soll überhaupt gepflanzt werden? Ziehen wir Pflanzen vor oder säen wir nur direkt aus? Ob wohl überhaupt etwas wachsen wird? 

Bis März 2014 hatten wir genügend Zeit, uns diese Fragen immer wieder zustellen, nicht wirklich Antworten darauf zu finden aber sehr, sehr viele Tütchen mit Samen zu kaufen und einen Lageplan für das Feld zu zeichnen der dann, ihr ahnt es schon, nett aussah, aber nicht wirklich umgesetzt wurde, weil wir immer mal wieder die gesamte Planung umgestoßen haben, weil wir dringend auch noch dies und jenes pflanzen mussten.



Mit dem 16. März 2014 kam dann endlich der Tag, an dem der Feldversuch von der Planungs- in die Umsetzungsphase trat.

Die Felder wurden übergeben und es ging los.

Vor uns lag viel graue Erde und noch mehr Arbeit. Waren wir zunächst davon ausgegangen, dass wir die Samen einfach so in die Erde legen, angießen und dann wachsen sehen könnten, machte uns unser Freund und Feldnachbar Klaus am zweiten Wochenende des Feldversuchs darauf aufmerksam, dass der liebe Feldgott vor die Aussaat das Umgraben gestellt hat und wir ohne ausreichende Vorbereitung des Feldes wohl eher nichts ernten würden.

Oh!!! Na, wenn das so ist, dann wollen wir mal umgraben.



Brav wurde das Feld umgegraben, in kleine Parzellen unterteilt und los ging es mit der Aussaat.




März und April waren die Monate, in denen wir unglaublich viel ausgesät und gesetzt haben. Mitte April hatten wir bereits

Pastinaken, Kerbel, Zuckererbsen, Palerbsen, Knoblauch, Erdbeeren, Rote Rüben, Spinat, Pflücksalat, Möhren, Fenchel, Rosenkohl, Kartoffeln, Petersilie, Melisse, Oregano, Brokkoli, Kohlrabi, Zwiebeln, Lauch und Knollensellerie

ausgesät bzw. als Jungpflanzen gesetzt. Wir waren stolz auf jeden Keim, der sich zeigte.

Da wir aufgrund mangelnder Sorgfalt und gärtnerischen Überschwangs nach anfänglicher strikter Planbefolgung dazu übergingen, mal da und mal dort noch ein paar Samen in die Erde zu stecken, verloren wir recht schnell den Überblick über die Feldfrüchte und darüber, wo denn nun was wachsen sollte. Es stellte sich somit sehr bald heraus, dass so manch ein umjubelter Keim leider ein Keim einer der verhassten wild wuchernden und unerwünschten Zuckerrüben war, der dann radikal wieder entfernt werden musste. 

Mit dem Erfolg kommen ja bekanntlich die Neider. Bei uns kamen mit den ersten Erfolgen die Fresser. Wer auch immer es war, er, sie oder es fraß bis Ende April 2014 sämtliche Brokkoli- und Kohlrabisetzlinge und auch die sich zaghaft zeigenden ersten Spinatblätter waren beliebt. Doch noch hatte keiner die Absicht, einen Zaun zu errichten. Mitte Mai waren wir mit unserer Geduld dann jedoch am Ende und rüsteten auf. Ein Teil des Feldes wurde mit Kaninchendraht eingezäunt und gegen die Mitfresser gesichert.





Und dann ging alles recht schnell und die Feldfrüchte machten sich zügig auf den Weg in die Saison 2014. Schon sehr bald brauchten wir Rankhilfen für die Erbsen, die wir dank Hund Emmas Hilfe schnell fanden.


Die Kartoffeln begannen ihr erstes Grün zu präsentieren, der Salat, die Erbsen, die Zwiebeln, der Spinat, die Rote Bete, die Pastinaken und die Kräuter wuchsen, Kohlrabi und Brokkoli erholten sich.
Wir säten Mangold und Zucchini aus, pflanzten Tomaten. Anfang Juni 2014 konnten wir die erste Ernte einbringen: Pflücksalat! Noch ahnten wir nicht, dass wir sehr, sehr, sehr viel Salat ernten würden, und fotografierten quasi jedes einzelne Blatt.


Dann ging es für drei Wochen nach Südfrankreich, in die Ferien mit Madame Emma. Kurz vorher säten wir noch die Zucchini aus und pflanzten die ersten Kürbispflänzchen ein.

Das Feld nutzte unsere fast vierwöchige Abwesenheit dafür, zu wachsen, wie es wollte und produzierte vor allem eines, Unkraut in Massen! Aber kein Grund zur Klage, jetzt im Juli 2014 ging es richtig los mit der Ernte. Spinat, Pflücksalat, Eisbergsalat, Kohlrabi, Erbsen, Zuckerschoten, Erdbeeren, Zwiebeln, Petersilie, Dill und Minze konnten die stolzen Feld-Damen in den Erntekorb legen. Selten hat mich der Anblick von Gemüse so begeistert.




Die Zucchini und die ersten Kürbisse wuchsen wie wild und Ende Juli 2014 ernteten wir die ersten Kartoffeln, Zwiebeln, Basilikum und Salat, Salat, Salat, Salat, Salat, Salat !!!! Dort wo die Kartoffeln gingen, folgten ihnen Ende Juli 2014 die nächsten Kürbispflänzchen und Rauke.





Auf die Salatschwemme folgten im August die Zucchini- und die Raukeschwemme. Neben Zucchini konnten wir die Rote Bete ernten, die sich nach zwischenzeitlichem Wachstumsstillstand gut erholt hatte. Wir holten regelmäßig Kartoffeln aus dem Boden, ernteten Lauch und das, was die hinterlistigen Feldmäuse vom Knollensellerie und den Möhren übrig gelassen hatten. Listige braune Nagetiere! Das Möhrengrün und die Blätter vom Knollensellerie sahen super aus, grün und unversehrt. Nur leider hatten die braunen Nager fast sämtliche Knollen des Selleries und eine beträchtliche Anzahl der Möhren mal schön von unten abgefressen. Da hilft dann auch kein Kaninchendraht.

Hund Emma bemühte sich zwar, die Mäuse auszubuddeln, war aber effektiv uneffektiv und schaute den über das Feld flitzenden Mäusen nur verdutzt hinterher oder schlief gelangweilt ein. Erlegt hat sie keine, gar keine.




Mitte August waren alle Kartoffeln vom Feld und wir pflanzten die Grünkohlsetzlinge aus. Der zuvor ausgesäte Grünkohl hatte erste Pflänzchen hervorgebracht, war aber unseren altbekannten Mitfressern zum Opfer gefallen. Das gleiche Schicksal hatte die Blumenkohl- und Rosenkohlpflänzchen ereilt, ratzekatze aufgefressen.




Im September beschenkte uns das Feld noch immer mit Zucchini. Der Mangold hatte - nachdem wir die 2,50 Meter hohen Sonnenblumen, die ihn verschatteten, gefällt hatten - Mitte September endlich eine Größe erreicht, die zum Ernten inspirierte und wir holten die ersten Pastinaken aus dem Boden. Die zweite Aussaat vom Spinat wurde Anfang Oktober geerntet, die letzten Möhren aus dem Boden gezogen, wir sagten Adieu zur Roten Bete, ernteten unverdrossen Rauke und leider keine Tomaten. Sämtliche Tomaten sind an den Sträuchern verfault. Ich hätte heulen können. Sie sahen so toll aus, sind aber innerhalb einer Woche alle verfault. Ich bin etwas ratlos und hoffe wir schaffen es, die Tomaten in der Saison 2015 durchzubringen.




Schön war das, zu ernten, zu riechen und zu schmecken, was man vor einem halben Jahr als kleinen Samen in die Erde gesteckt hatte und was nun tatsächlich zu einer richtigen Feldfrucht geworden war.  Und da man aufhören soll, wenn es am schönsten ist, war am 3. November 2014 Schluss mit dem Feld.

Der Kohlrabizwinger wurde abgebaut. Der Grünkohl wurde geerntet, in mehreren Tüten des großen schwedischen Möbelhauses abtransportiert, gewaschen, geschnitten und eingefroren. Die Waage zeigte am Ende des Tages 6,34 kg!!!



Und damit war er vorbei, der Feldversuch 2014.

Fazit

Freunde, Familie und auch wir hatten am Beginn des Feldversuchs durchaus Zweifel, ob zwei absolute Greenhorns irgendwas aus dem Boden holen würden, was man essen kann. Aber siehe da, der Feldversuch 2014 ist geglückt. Wir haben reichlich geerntet, hatten viel Spaß und haben in unserem ersten Jahr viel gelernt.

Es gab vier Totalausfälle: Blumenkohl, Rosenkohl, Fenchel, Tomaten.

Es gab einige "Ernterekorde": Salat in allen Formen, Zucchini, Kürbis, Grünkohl, Minze und Rauke.

Wir haben gelernt, dass man das Feld am Anfang sehr sorgfältig umgraben und den Boden sehr gut lockern muss. In den Bereichen, in denen wir das gemacht haben, wuchs alles gut. Dort, wo uns der Umgrabe-Elan schon etwas verlassen hatte, war der Boden sehr viel härter und die Erträge deutlich schlechter. Daher sollte man mit der Aussaat und dem Pflanzen bis Anfang April warten und das Feld vorher gut vorbereiten.
 
Pflanzabstände muss man unbedingt einhalten, sonst hat man zwar ein hübsches grünes Feld, die Feldfrüchte aber sind klein und verwachsen. Sät man direkt auf dem Feld aus, darf die Saat nicht tief in den Boden gelegt werden, da der Boden sehr schwer ist, und die Saat gar nicht oder nur sehr kümmerlich aufgeht. Kohl und kohlartiges Gemüse wie Brokkoli können zwar direkt auf dem Feld gesät werden, haben aber erheblich viele Fressfreunde und überstehen daher ungeschützt nicht. Besser ist es Kohl als Jungpflanze zu setzen und diese durch einen Zaun oder durch eine geeignete Abdeckung zu schützen, bis er so robust ist, dass er das eine oder andere Blatt verlieren kann, ohne einzugehen.
Zwiebeln und Knoblauch müssen tatsächlich so lange im Boden bleiben, bis die grünen Blätter abgestorben und vertrocknet sind. Erntet man die Zwiebeln zu früh, sind sie viel zu klein.

Tomaten überstehen den norddeutschen Sommer nur, wenn man sie rechtzeitig gegen Regen schützt. Wie gesagt, unsere schönen Tomaten sind alle restlos verfault, da wir glaubten, der Sommer 2014 sei doch eigentlich gar nicht so schlecht.

Sonnenblumen sind wunderschön, werfen aber ab ca. 2 Metern Höhe erheblichen Schatten und sollten daher nicht mitten auf dem Feld stehen. Der Mangold mochte den Sonnenblumen-Schatten gar nicht. 

Jedes Blättchen Minze, dass im Jahr 2015 irgendwo auf dem Feld durch den Boden stößt und das wir nicht übersehen, wird ausgerupft werden. Minze wächst überall, auch wenn man sie gar nicht ausgesät hat, ist unverwüstlich, und wenn man nicht aufpasst, erobert die Minze das gesamte Feld. Aber keine Angst, wir werden ganz sicher irgendwo eine Minzpflanze übersehen. Geht gar nicht anders!

Fazit vom Fazit!

Viel Spaß gehabt, viel gelernt, viel geerntet, auf den Geschmack gekommen!




2015 geht der Feldversuch
in die 2. Runde
mit einem doppelt so großen
Feld!!!!





Kommentare:

  1. Super schöner Jahresrückblick! Bin gespannt auf das kommende Jahr, wie es bei euch weiter geht.
    Ich starte nächstes Jahr auch meinen ersten Feldversuch und kann es kaum noch abwarten :)

    Ich wünsche euch noch eine schöne Weihnachtszeit!

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  2. Das ist ja toll! Wo wird denn Dein Feldversuch starten? Ist es ein ähnliches Projekt wie der Saisongarten? VG
    Kerstin

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