Donnerstag, 13. November 2014

London Calling Teil 1

Ich war mal wieder da!

Wo?

In London!




Gut 10 Jahre waren vergangen, seit dem ich das letzte Mal in London war und mir ist sehr deutlich vor Augen geführt geworden, wie sehr sich nicht nur die Stadt in den letzten 10 Jahren verändert hat, sondern wie sehr auch ich mich in diesen Jahren verändert habe.

Ich habe einen Hund, habe eine Saison lang den Feldversuch durchgeführt und bin, was soll man sagen, einfach mal 10 Jahre älter geworden.

London, das war vor 10 Jahren schnell ins Flugzeug, 1 Stunde Flug und dann ging es los: Shopping, Bars, Klubs und wenn noch Zeit und Lust vorhanden waren ging es ins Museum und ins Theater.
 
Dieses  Mal war vieles anders und das begann schon mit der Anreise.

Natürlich ist auch Hund Emma in das Königreich der Corgis gereist.



Hund Emma aber fliegt nicht, das liegt in der Natur des Hundes, denn der ist ja kein Vogel.

Was ich sagen will, Hund Emma geht in keine Box und - hätte man sie irgendwie dazu gebracht, doch in die Box zu gehen - würde sie ununterbrochen kläffen, bis sie wieder draußen wäre. Damit fällt eine Flugreise mit Hund Emma flach. Mal eben mit dem Flieger schwuppdiwupp über den Kanal, das ging daher nicht. Also rein in das Auto, Emma auf dem Rücksitz verstaut und einmal quer durch die Niederlande und Belgien nach Calais/Frankreich.

Dort ein Zwischenstopp mit einem tollen langen Strandspaziergang für Mensch und Hund und einer Übernachtung im Hotel mit Blick auf Nordfrankreichs größtes Einkaufszentrum.


 




 

Am nächsten Morgen brachte uns der Autozug durch den Eurotunnel mit "Le Shuttle" nach Folkestone.

Wer mit Hund nach Großbritannien will, dem kann ich diese Anreise nur empfehlen. Kein Stress für Hund und Mensch. Wuffi reist zusammen mit seinen Menschen im Auto und muss nicht allein in einer Transportbox sitzen, wie es bei den meisten Autofähren der Fall ist.

Die Einreise mit Hund nach Großbritannien ist inzwischen auch denkbar einfach.

Hund braucht einen EU-Heimtierpass, muss gechipt sein und mindestens 24 und höchstens 120 Stunden vor der Einreise muss Hund unter Aufsicht des Tierarztes entwurmt werden. Diese Behandlung muss im Heimtierpass mit Datum und Uhrzeit vom Tierarzt vermerkt werden. Ist der Hund regelmäßig geimpft, insbesondere gegen Tollwut, kann es los gehen. Hund checkt an einem besonderen Schalter vor der Auffahrt auf den Autozug ein. Dabei wird der Chip ausgelesen und der Heimtierpass kontrolliert. Ist alles okay, bekommt Mensch einen Aufkleber für die Windschutzscheibe und los geht es.



Nach nur einer Stunde Autofahrt - links fahren ging ganz gut, auch wenn quasi der erste Wagen der vor uns fuhr, ein Leichenwagen war, aber man ist ja nicht abergläubisch - waren wir dann auch schon in London angekommen.

Wir hatten uns - wieder ganz anders als sonst - bewusst eine Unterkunft außerhalb von London gesucht und mit The Village Apartement etwas ganz Besonderes gefunden.

The Village Apartement liegt in East Molesey und das wiederum liegt 25 km südwestlich der City of London, hübsch an der Themse. Haustür auf und schon steht man auf der Bridge Road, nur 20 Meter vom Thames Path entfernt und umgeben von netten Cafés, Restaurants, Delikatessenlädchen und kleinen Shops. Ein Weinladen findet sich direkt neben der Haustür. Nein Moment, stimmt nicht, direkt neben der Haustür im gleichen Hauseingang ist da ja noch der typische britische Sandwichladen und dann erst kommt der Weinladen. Ach und rechts neben der Haustür dann direkt der Inder, bei dem wir am ersten Abend lecker, lecker Take Away Köstlickeiten bestellt haben, und der hübsche Blumenladen und der und der ......Besser geht es nicht, alles was man braucht, findet man in der Bridge Road. Und nur mal so am Rande: Hund Emmas Morgengassi an der Themse mit Blick auf die Hausboote oder Hampton Court Palace, das war schon ein Knaller.





Na und dann war auch was wie immer: 10 Stunden täglich waren wir auf der Pfote und den Füßen, da kommt man schon rum in London und Umgebung.

Eigentlich wollte ich mir die typischen Sehenswürdigkeiten ja schenken, aber dann kam ich doch nicht bzw. zwangsweise daran vorbei, - Achtung jetzt kommt ein Reim - zum Beispiel am London EyeBig Ben, Westminster Abbey, Tower Bridge, Harrods, alle waren - Achtung wieder ein Reim - mit dabei.  Ja, ich verspreche, das war es dann jetzt auch mit den Reimen.








Wichtiger als diese guten alten Bekannte einmal wieder zu sehen, war mir, die auf meiner Londonkarte noch schwarzen Flecken mit Bildern zu füllen.

Ich habe vor rund 15 Jahren während des Referendariats für eine Londoner Anwaltskanzlei gearbeitet und dabei nachweislich George Clooney nicht kennengelernt. Kennengelernt habe ich damals die Londoner City mit ihren riesigen Bankentürmen und Bürokomplexen.

Mein Büro lag direkt gegenüber dem Bahnhof Liverpool Street Station. Zum Lunch gingen wir in die damals noch fast völlig unbekannten Markthallen des Spitalfields Market. Damals wirklich alles andere als Mainstream, gab es dort einfaches Essen, das man sich an einem der improvisierten Stände kaufte. In der Mitte der Halle standen Bierbänke und -tische, mitten drin ein altes Karussell und drum herum einige Stände mit Kunsthandwerk. Ich habe es geliebt! Gleich hinter dem Spitalfields Market liegt die Gegend um die Brick Lane, heute ein In-Viertel, vor 15 Jahren noch eine Ecke, in die man nicht ging. Etwas nördlich davon lag und liegt Shoreditch. Auch eine Ecke, die vor 15 Jahren noch keiner auf der Rechnung hatte, der dort nicht leben musste. Da das so war, war ich nie in der Brick Lane und natürlich auch nie in Shoreditch.

Heute geht man in die Brick Lane und man geht nach Shoreditch. Hat mich das gewurmt, dass ich da nicht gewesen war, wo da doch nun alle hin gehen und ich nur 500 Meter entfernt gearbeitet hatte. Da musste ich also hin und ich war da. Ich war enttäuscht, fand einiges gut und war zum Teil sehr angetan.

Ich war enttäuscht davon, was aus dem Spitalfields Market geworden ist: Eine hübsch aber steril sanierte Markthalle mit angeblichem Kunsthandwerk, das in den meisten Fällen keines ist, Restaurants wie man sie in ganz London findet und einigen Markenläden, die nett aufgemacht aber auch wirklich nichts Besonderes sind. Das alte Karussell und das besondere Flair sind offensichtlich lange weg.

Ich fand die Brick Lane und die Straßen darum gut: Wunderbare Street-Art und ein buntes Publikum. Für den der es mag, gibt es Vintage Kleidung in guter Qualität und es gibt alte Fabrikhallen und viele Straßen in denen man wie früher auf dem Spitalfields Market Essen aus aller Herren Länder kaufen und an langen Biertischen gleich verputzen kann.

Vor 20 Jahren hätte ich mich vor Begeisterung wie Hund Emma auf dem Rücken gewälzt.

  

 

 



Sehr angetan war ich von Shoreditch, insbesondere von den Straßen rund um die Redchurch Street. Schöne individuelle Geschäfte, schöne Restaurants und Häuser. Ein Flair, wie ich es eher aus New York kenne.





Das war wirklich schön und das ist für heute das Ende von London Calling Teil 1, in dem ich noch nicht wirklich erzählt habe, was denn so ganz anders war als beim letzten Besuch vor 10 Jahren.

Also Schluss für heute, denn die Feld-Küche wird geöffnet!

Es gibt zum Entgiften einen

Smoothie
mit grünem Kohl und
orangen Orangen



Denn eines war wie immer bei einem Besuch in London: Es gab ab 17.00 Uhr nicht nur Tee!

Was man braucht

4 Blätter Grünkohl 
2 Orangen
1 Banane
4 große Eiswürfel
200 ml sehr kaltes Wasser

Wie man es macht

Grünkohl sehr gut waschen, trocken tupfen und den harten Strunk und den mittleren Teil der Blätter entfernen. Grünkohlblätter klein schneiden. Orangen auspressen. 

Grünkohl, Orangensaft, geschälte und in Stücke geschnittene Banane mit dem Wasser und den Eiswürfeln in einem Standmixer mindestens 2 Minuten auf höchster Stufe mixen. 

Kurz stehen lassen und gut umrühren. Wenn der Smoothie nicht flüssig genug ist, mehr Wasser dazugeben und nochmals mixen. 

Gut gekühlt sofort servieren. 







Cheers!!!

















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen