Montag, 29. September 2014

Lieblingsplätze

Was passt zur Nominierung zum Liebster Award?

Richtig, eine Liebste Woche mit Posts zu

meinem Lieblings-Park in Hamburg,

 meinem Lieblings-Salz, 

meiner Lieblings-Insel hoch im Norden.

Ich beginne die Woche voller Liebster mit mein Lieblings-Park. 

Doch zunächst die Kurznachrichten vom Feld. 


Der Feldversuch zeigt es ganz deutlich. Zucchini sind sehr anspruchslose Pflanzen, wachsen wie die Weltmeister und lassen einen mindestens 6 Riesenzucchini pro Woche ernten. Weiter können wir festhalten, dass sich Zucchini auch mit gutem Zureden nicht davon überzeugen lassen, dass es wirklich ausreichen würde, wenn sie nur bis zu der allseits bekannten Supermarktgröße heranwachsen würden. Da sind sie ganz unbelehrbar.
 
 

Das Exemplar, das ich gestern verarbeitet habe, brachte fast 1 Kilo auf die Waage und ja, ich bin mir sicher, es war eine Zucchini, kein Kürbis. Leider habe ich kein Bild von dem Zucchini-Ungeheuer gemacht. Aber ihre Schwester, die ihr auf dem Bild oben seht, ist auch nicht viel kleiner und leichter. Wer nicht wirklich sehr gern Zucchini isst, sollte sich daher sehr, sehr gut überlegen, ob und wie viele Zucchinikerne er auf seinem Feld verbuddelt oder sich einfach an den schönen Blüten erfreuen.



Angespornt durch das phänomenale Wachstum ihrer Nachbarn, der Zucchini, haben die Kürbisse sich dazu entschlossen, ebenfalls in einem sehr großen Familienverband zu wachsen. Die letzte Zählung ergab, dass Familie Kürbis stolze 15 Mitglieder hat, Tendenz weiter steigend. Zum Glück esse ich sehr viel lieber Kürbis als Zucchini.

Sehr gern esse ich auch Mangold und auch der wächst, nachdem wir die verblühten Super-Monster-Lichtmasten-Sonnenblumen gefällt haben, nun wunderbar. Der Star unter den Feldfrüchten ist zurzeit aber der Grünkohl. Aus den zarten Setzlingen sind respektable Grünkohlpflanzen geworden und der Ausblick auf ein Grünkohlessen mit Kohl vom eigenen Feld lässt mich fast mit ein wenig Freude auf den November blicken.





Doch nun zum angekündigten Liebling des Tages, meinem Lieblings-Park.

Mein Lieblings-Park ist der Jenischpark, Hund Emma zweites Wohnzimmer. Dieser wunderbare Fleck Erde ist schon über 200 Jahre alt und das südliche Überbleibsel einer nach dem Vorbild einer "ornamented farm" ab 1785 vom Hamburger Kaufmann Caspar Voigt angelegten Parklandschaft. Voigt war 33 Jahre alt, als er - wer will es ihm verdenken - die Nase voll hatte, vom Dasein als Hamburger Kaufmann. Er wollte weg aus der, wie er selber schreibt, "unangenehm drückenden Gesellschaft" und weg "von der Eitelkeit und dem Wunsch nach Reichtum". Um dieser Sinnkrise zu entfliehen, kaufte er vor den Toren der Stadt, am Elbufer in Klein Flottbek, ein Bauerngut, wohnte dort zunächst in einem Bauernhaus, später dann in einem mondäneren Landhaus.

Wie auf dem in der Nähe von Birmingham gelegenen landwirtschaftlichen Betrieb, der ornamented farm "The Leasowes" schaffte Voigt aus dem sumpfigen und weitgehend unfruchtbaren Land in Klein Flottbek einen der bedeutendsten Landschaftsgärten Nordeuropas als Mischung aus Garten und Nutzfläche. Voigt wandte neue landwirtschaftliche Techniken an, wie die damals streng verpönte Gründüngung, bei der Pflanzen zur Düngung untergepflügt werden, forstete große Bereiche auf und begründete gemeinsam mit dem schottischen Gärtner James Booth das norddeutsche Baumschulwesen. Doch nicht nur beim Garten- und Landschaftsbau war Voigt ein ungewöhnlicher Vertreter seiner Zeit. Voigt schaffte als Sozialreformer und Begründer einer neuen Armenfürsorge eine Pensionskasse, die Arbeitern bei Krankheit Lohnfortzahlungen garantierte. Für seine Tagelöhner baute er auf dem Gut die "Instenhäuser", die noch heute in der Baron-Voigt-Straße stehen.

 
  
Anmerkung der Verfasserin: Sollte irgendwer mal wieder Tagelöhner für den Jensichpark suchen, ich habe die Umzugskartons quasi schon auf dem Wagen!

1828 verkaufte Voigt das Anwesen an den Hamburger Kaufmann und damaligen Bausenator Martin Johan Jenisch jr.. Vorbei war es mit dem Urban Gardening in Klein Flottbek. Jenisch ließ die landwirtschaftlich genuzten Flächen durch den Hamburger Garteninspektor Johann Heinrich Ohlendorff in eine reine Parklandschaft umwandeln und errichtete unter Leitung des Architekten Franz Gustav Forsmann das Jenischhaus. Im völligen Kontrast zu Voigts ornamented farm, 
entstand nördlich zum Jenischhaus ein pleasureground mit kurz geschnittenen kleinteiligen Rasenflächen, Blumenbeeten und einem Laubengang. Diese Ecke des Parks hebt sich noch heute ganz deutlich vom sonst urwüchsigen, fast wilden Park ab. Ganz wunderbar ist es, dass man im pleasureground heute Ralphs Kiosk findet, ein kleines Café mit lecker Kaffe, Kuchen, der weltbesten Weißweinschorle und einem immer gefüllten Wassernapf für Hund Emma und ihre Kumpels.


Ich glaube, man muss diesen Park lieben! Er ist einfach nur schön, und bevor ich jetzt über tiefe Täler und gewundene Wege schreibe, kommt doch einfach mal mit zum

Walk in the Park!






  
 
 


 

























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