Sonntag, 3. August 2014

Über die Ungeduld und Luis de Funès

Kennt Ihr das?

Die Feld-Früchte wachsen schon eine ganze Zeit so vor sich hin und sehen richtig gut aus, rote Tomaten, lila Kohlrabi, grüner Salat, gelbe Zucchiniblüten, orangefarbener Kürbis und sehr zaghaft sogar der Brokkoli. Man könnte rundherum zufrieden seien, wären da nicht die Feld-Früchte, die so ganz und gar nicht bereit sind, mehr zu zeigen als ihr schönes grünes Blattwerk.




So machen das der Sellerie, die Möhren, die Rote Beete und die Pastinaken. Viel Grün, sonst nix.

Da werde ich dann ungeduldig und möchte soooo gern mal unter die Erde schauen, ob da vielleicht schon eine Knolle ist, die groß genug ist zum Ernten. Letzten Sonntag habe ich es nicht mehr ausgehalten und schwups, eine Pastinake und ein Sellerie erblickten das Licht der Welt. Ihr ahnt es, sie waren noch viel zu klein.


Geschmeckt haben sie schon sehr gut. Der Rest darf aber noch so 3-4 Wochen wachsen. Ich gehe auch bestimmt nicht mehr gucken. 

Die Kartoffeln dagegen sind reif. Duke of York, Linda und der blaue Schwede sind geerntet. Vom rosa Tannenzapfen ist noch eine Reihe in der Erde, die andere Reihe ist geerntet. Geschmacklich ist der rote Tannenzapfen mein Favorit, auch wenn alle Sorten gut schmecken und der blaue Schwede optisch ganz vorn liegt. 




Ich denke an diesem Wochenende können wir die ersten Tomaten ernten, ich werde berichten.

Berichten wollte ich auch noch einmal über Saint-Tropez und welche Woche würde sich dafür besser anbieten als diese.

Am 31. Juli 2014 wäre der Schauspieler Luis de Funès 100 Jahre alt geworden. Mit vollem Namen hieß er Louis Germain David de Funès de Galarza und wurde am 31. Juli 1914 in Courbevoie geboren. Er verstarb am 27. Januar 1983 in Nantes. Einem sehr breiten Publikum auch in Deutschland wurde er ab dem Sommer 1964 bekannt. Louis de Funès drehte innerhalb von nur vier Monaten drei Filme, darunter Der Gendarm von Saint Tropez als Hauptdarsteller.

Ich liebe diesen Film, nicht nur weil er in Saint-Tropez spielt, sondern vor allem deswegen, weil de Funès in diesem Film die wertkonservativen Franzosen auf unvergleichliche Weise mit seiner hysterisch cholerischen Art und seinen unglaublichen Grimassen wunderbar und irgendwie liebevoll durch den Kakao zieht.

Ludovic Cruchot (de Funés), Gendarm in einem kleinen Bergdorf, wird nach Saint-Tropez versetzt. Cholerisch und mit vollem Eifer geht er vor allem auf die noch als unerwünscht und schamlos angesehenen Nudisten am einsamen Strand vor. Gleichzeitig findet seine Tochter neue schnöselige Freunde und gibt ihren Vater als amerikanischen Multimilliardär Archibald Ferguson, Besitzer der im Hafen liegenden Luxusyacht OLNICO aus. Dumm ist, dass diese Yacht das Hauptquartier einer Gangsterbande ist. Die Bande hat ein wertvolles Gemälde aus einem Museum geraubt. Na, wie geht es wohl weiter? Richtig am Ende macht Papa die Diebesbande dingfest. Großartiger Klamauk!

Vielleicht kennt Ihr die Titelmusik des Films La Marche des Gendarmes. Dieser Titel wurde 2001 von der Band Edguy gecovert und in Frankreich veröffentlicht. Kann man z.B. über iTunes runterladen. Mich erinnert er an Kindertage vor dem Fernseher, mit Abendbrot, einem Glas Milch und dazu Der Gendarm von Saint-Tropez als Fernsehfilm. Herrlich!!

 Ach ja, Saint-Tropez. Vor zwei Jahren war ich das erste Mal da.

Wir waren nach vielen Jahren das erste Mal wieder an der Cotes d´Azur und ich wusste, wo ich nicht hin wollte, nach Saint-Tropez.

Dicke Yachten, dicke Autos, protzige Proleten und andere Idioten, das war meine Vorstellung von Saint-Tropez und ganz bestimmt wollte ich die Sylvie van der Vaarts, so hieß die damals noch, dieser Welt mit ihrem festgeklebten Zahnpasta-Grinsen nicht treffen. Aber wenn man schon mal in der Nähe ist, na gut, dann fahren wir halt mal hin.

Tja und dann gab es erstaunlich wenig dicke Autos, einige Idioten - wie überall - und vor allen Dingen, es gab dieses unglaubliche Licht am späten Nachmittag, das auf die rosa oder orange getünchten Häuser fällt und alles pastellig weich und sanft aussehen lässt. Es gab ruhige, schattige Gassen ganz ohne Autos, viele nette Läden - nicht nur Gucci und Prada - einen zentralen Platz auf dem die älteren Herren Boule spielen während die Damen beim Pläuschchen auf der Bank unter alten Platanen sitzen.








Es gab den Hafen, in dem tatsächlich die riesigsten Yachten und Motorboote lagen, die ich bis dahin gesehen hatte und es gab diese insgesamt völlig entspannte Atmosphäre in der diejenigen, die meinen man müsste die Gucci- und Pradatüten am Hafen auf unbequemen High-Heels spazieren tragen das tun, während die anderen mit einem Eis auf der Kaimauer sitzen und auf die Yachten und das Meer schauen und alle haben ihren Spaß.






Wenn einem das zu viel Trubel ist, dann geht man kurz mal um die Ecke und sitzt an einem kleinen Strand mitten im Ort, kauft sich vorher einen Crêpes und gut ist das Leben.




Ich würde nicht meinen Urlaub in Saint-Tropez verbringen wollen, aber ein Urlaub in Südfrankreich ohne einmal die Woche am Nachmittag durch Saint-Tropez zu bummeln, zu shoppen, Eis zu essen und zwischendurch am Stadtstrand kurz mal ins Wasser zu hüpfen, das geht nicht.




Nach so viel Lobhudelei hat man richtig Hunger und daher heißt es mal wieder und mit Bezug zu Saint-Tropez:

Die Feld-Küche hat geöffnet!!

 Es gibt



Tarte Tropezienne
My Style

ein an Bienenstich erinnernder Kuchen aus Saint-Tropez. Nichts für die schlanke Linie, aber mmmhhhhhh.

Die Mengenangaben sind für eine kleine Tarte Tropezienne für 4 Personen. Ihr könnt die Menge einfach verdoppeln, dann reicht die Tarte für 4 bis 8 Personen. 

Am besten backt man am Vortag schon einmal den Baiser und an dem Tag der Tortenschlacht denn die Brioche. Am Tag der Tortenschlacht macht man dann noch die Crème und setzt die Tarte zusammen.

Was man braucht

Für die Brioche

250 gr Mehl,
30 g Zucker und etwas Hagelzucker,
30 g Butter,
1/2 Würfel Frische Hefe,
1 EL Rosenblütenwasser,
110 ml Milch,
1 kleines Ei, (1 EL Milch und 1 Eigelb zum Pinseln)

Für die Creme Chiboust 
- eine Creme aus Creme Patissière und Baiser und bei mir auch aus Schlagsahne  -

Crème

250 ml Milch,
4 Eigelbe (Größe S),
30 gr Zucker,
2  TL Speisestärke,
2 Messerspitzen Vanille,
100 ml sehr kalte Schlagsahne

Baiser 

1 Eiweis,
50 gr feiner Zucker,
1 Prise Salz,
einige Tropfen Zitronensaft.

Wie man es macht


Zunächst den Baiser herstellen

Ei trennen und das Eiweiß mit 1 Prise Salz und gaaanz wenig Zitronensaft in einer trockenen, fettfreien Schüssel mit den Schneebesen des Handrührgerätes aufschlagen.

Zucker unter ständigem Schlagen nach und nach in die Baiser-Masse einrieseln lassen.

Weiter schlagen, schlagen und schlagen bis sich der Zucker in der Baiser-Masse gelöst hat und ihr eine feste, glänzende Crème in der Schüssel habt

Baiser-Masse mit Hilfe eines Esslöffels in kleinen Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzten.

Baiser im vorgeheizten Backofen bei ca. 100 °C 1 1/2 bis 2 Stunden trocknen lassen. Auskühlen lassen. Wenn Ihr den Baiser nicht gleich verwendet, bis zum nächsten Tag in eine Keksdose legen. 

Man braucht nicht alle Baiser für die Crème, aber weniger Masse lohnt den Aufwand nicht.

Brioche

110 ml Milch mit 1 EL Rosenblütenwasser leicht erhitzen und darin die Hefe auflösen.
Das Mehl mit dem Zucker und dem Ei mischen und dann die Milch-Hefe dazugeben. Die weiche Butter dazugeben und 10 Minuten (mit der Maschine) kneten. Der Teig muss sich von der Schüssel lösen und eine Kugel bilden.

Die Teigkugel in eine saubere Schüssel geben, die Schüssel mit einem Küchenhandtuch bedecken und den Teig 30 Minuten gehen lassen. Der Teig sollte sich ungefähr verdoppeln. Nach dem Gehen den Teig sanft zu einer möglichst gleichmäßigen Kugel formen - nicht kneten!!! - auf ein Backblech setzten und mit Eigelb und Milch bepinseln und in einem vorgeheizten Backofen bei 190°C Umluft 25 Minuten backen.

Dabei ein  Backblech mit 500 ml Wasser in der unteren Schiene des Backofens platzieren !!

Abkühlen lassen, dann in der Mitte durchschneiden, so dass man Boden und Deckel hat.


Nun geht es an die Crème

Vanilleschote teilen und auskratzen. Milch mit der Vanille erhitzen.

Die Eigelb mit dem Zucker schlagen bis sie weiß werden, die Speisestärke dazugeben und gut verrühren.

Die heiße Milchvanille auf die Eiermischung geben und gut verrühren. Das Ganze wieder in den Topf geben und bei mittlerer Hitze rühren bis es sehr dickflüssig wird.

Mindestens 1 Stunde im Kühlschrank kühlen lassen. Hälfte der Baiser in kleine Stückchen brechen und unter die Crème heben. 

Sahne sehr steif schlagen und unter die Crème heben. Für eine weiter 1/2 Stunde kaltstellen. Man kann die Sahne auch weglassen, dann ist die Crème weniger fluffig.








Tarte fertigstellen

Zu guter Letzt die Crème auf den Brioche-Boden streichen und den Deckel aufsetzen und noch etwas Hagelzucker darüber streuen. 

Ich hatte leider nur Puderzucker, schmeckt auch!!



Wer braucht schon eine Bikini-Figur?

Lasst es Euch schmecken!!!

Kerstin

Kommentare:

  1. Hallo
    Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen, und finde ihn richtig toll :)

    Schau doch mal auf meinem Blog vorbei.
    http://momentaufnahmenblog.blogspot.co.at/

    Vielleicht willst du mir ja Feedback dalassen?
    Ich freue mich auf deinen Besuch.
    Liebe Grüße

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    1. Hallo Katja, vielen Dank für Deinen netten Kommentar.

      Liebe Grüße

      Kerstin

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  2. Hallo, bin auch gerade auf diesen Blog gestoßen (durch den Blog-Zug) und bin ebenfalls begeistert. Hatte ja mal die Idee einen Permakultur-Garten anzulegen. Leider blieb es bei der Idee. Habe aber jetzt durch euch mir wieder vorgenommen, im nächsten Jahr zu starten. Wer mag, kann auch mal auf meinen Blog vorbeischauen. Ein gaaaanz anderes Thema: http://meine-bibel-und-ich.com
    Liebe Grüße Uta

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    1. Hallo Uta, auch Dir vielen Dank für den netten Kommentar. Vielleicht verwirklichst Du ja das Gartenprojekt im nächsten Jahr! Liebe Grüße aus Hamburg sendet Kerstin

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  3. Ahhh ich bin nominiert! Wie toll ist das denn? Vielen Dank liebe Kerstin!
    Du hast deine Frage echt kreativ beantwortet und es hat richtig Spaß gemacht, das zu lesen. Ich werde mir also entsprechend Mühe geben :-)

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    1. Ich freue mich schon auf deinen Post.

      Liebe Grüße aus Hamburg

      Kerstin

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