Mittwoch, 16. Juli 2014

Neuer Schwede

Doris hat im Mai schon einmal über die Entwicklungen in der Großen Bergstraße, dem Altonaer Einkaufszentrum, geschrieben.

Und nun ist er da, der neue Schwede.

IKEA ist vor Anker gegangen!



Es versteht sich von selbst, dass ich als Altonaer-Ureinwohner - in Altona/Ottensen geboren, hier in den Kindergarten und in die Schule gegangen und irgendwie immer noch da - es kaum erwarten konnte, mir den neuen Schweden genau anzuschauen.

Vorletzten Dienstag, 08. Juli 2014, verschaffte mir die Deutsche Bundesbahn einen freien Nachmittag. Der seit Langem auf diesen Tag terminierte Gerichtstermin vor dem Landgericht Itzehoe musste verschoben werden, weil mein Zug wegen eines in Glückstadt liegen gebliebenen Zugs in Elmshorn endete. Zitat des immerhin netten Zugbegleiters: "Weiterfahrt? Na, Sie stellen Fragen. Das wissen wir nicht, das kann dauern!" Da die weiteren Beteiligten ebenfalls aus Hamburg kamen, wurde der Termin also kurzerhand verschoben. Wir danken der Erfindung des Mobil-Telefons und der sehr netten und flexiblen Richterin.

Was nun mit so einem angebissenen Tag anfangen? Soll man vielleicht gar nicht ins Büro gehen? Wäre möglich, denn in Anbetracht des drohenden Auswärtstermins wurde am Montag ja noch gut vorgearbeitet. Ich gab mir daher frei und sagte mir:

"Also ich mach dass jetzt. Ich geh nicht ins Büro, ich gehe zu IKEA."

War wie Hitzefrei, nur leider hatte ich statt der Kamera nur das I-Phone dabei. Für die Aufnahmen nicht ideal, aber man muss auch Kompromisse machen können.

Da ist er nun endlich, der neue, altbekannte Schwede, IKEA, mitten in Altona mit der dem ersten Innenstadt-IKEA der Welt.

Was ist anders? Anders ist das gesamte Gebäude. Wir alle kennen IKEA auf der grünen Wiese als flaches Gebäude in blau und gelb ohne Stockwerke und ohne Schaufenster. IKEA Altona dagegen ist ein mehrstöckiges Gebäude mit Schaufenstern, in blau und gelb.


Riesig steht es da in der Fußgängerzone. Das ist schon gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht.

Also schnell rein. 

Erster Eindruck: Huch, wo sind denn die Kassen, wo ist der Schwedenshop? Oben? Wie komme ich da denn mit dem Einkaufswagen hoch?

Mehrere Etagen bei IKEA dass ist schon ungewohnt. Aber es wurde an alles gedacht. Man muss sich die Billy-Regal-Kartons nicht unter den Arm klemmen, es gibt eine Vorrichtung neben der Rolltreppe, auf der die Einkaufswagen nach oben fahren und der Bereich, in dem man die großen Kartons selber aufladen muss ist wie die Kassen im oberen Stockwerk.




Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass nicht alles auf einer Ebene zu finden ist, findet man sich schnell zurecht. IKEA-Altona sieht im Wesentlichen so aus wie jeder IKEA. Möbel, Küchenutensilien, Stoffe, Kissen, Kerzen, Restaurant und so weiter, alles da.




Man findet alles, was zu IKEA dazu gehört, und noch ein bisschen mehr. Die Bereiche vor der großen Fensterfront werden mit viel Aufwand gestaltet. Möbel und andere Produkte werden hier nicht schnöde als Möbel, sondern als kleine Installationen präsentiert. Nette Idee.




Nett auch die Installation, mit der die Leute geehrt werden, die dieses ungewöhnliche Projekt verwirklicht haben.



Völlig anders ist das Verkehrskonzept.

Zu IKEA fährt man mit dem Auto, das ist eine der Gewissheiten meines Lebens. Doch nichts ist unumstößlich.

Zu IKEA-Altona fährt mit der S-Bahn, dem Bus, dem Rad oder man geht zu Fuß, das war offensichtlich. Auf den Parkdecks standen kaum Autos, obwohl IKEA gut besucht war. Sehr erfreulich, denn es straft diejenigen Lügen, die mit der Eröffnung von IKEA in Altona den Verkehrskollaps voraussagten. Bisher ist er ausgeblieben.

Da IKEA-Altona diverse Möglichkeiten bietet, die Ware nach Hause zu bringen, von der Sackkarre die man mieten kann, bis zur Lieferung durch den Fahrradkurier, braucht man das Auto auch wirklich nicht.


Fazit des Nachmittags.

IKEA-Altona ist IKEA, wie wir es alle kennen. Nett, wie IKEA immer ist, aber nicht wirklich spektakulär. Das tolle an IKEA-Altona ist, dass auch die Kunden, die kein Auto haben, jetzt unproblematisch ihren Hot Dog genießen und die wirklichen wichtigen Dinge des Lebens kaufen können, auch wenn sie doch nur mal gucken wollten. Hot Dogs,Teelichter, Kerzen und Servietten braucht man einfach immer.

Ach und ganz nach dem alten IKEA Motto, selber Zusammenbauen spart Kosten, gibt es den unvermeidlichen IKEA Hot Dog zum Selbermachen im Schwedenshop.

Was soll ich sagen?

Die Feld-Küche bleibt dann heute mal geschlossen.


Kerstin

Kommentare:

  1. Wenn es sowas in Köln geben würde, würde ich da in der Mittagspause nur zum Hot Dog-Essen hingehen ;-) Ansonsten begebe ich mich niemals mehr ohne Auto zu IKEA. Man kauft doch eh immer viel zu viel und ist dann geschockt, wie schwer das Zeug ist. Ich war einmal mit dem Bus da und bin auf den 800 m zur Wohnung fast zusammen gebrochen ;-) Ein IKEA mitten in der Stadt macht wohl nur für die Leute Sinn, die in unmittelbarer Nähe wohnen (auch wenn es einen Fahrradkurier gibt) oder wenn man eben wirklich nur "Kleinkram" kauft. Ansonsten stelle ich mir das nicht wirklich praktisch vor. Da bevorzuge ich das Auto dann doch mehr.

    Viele Grüße
    Sarah

    P.S. Wirklich sehr schöner Blog! Ich werde öfters vorbei schauen :)

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  2. Hallo Sarah,

    Hund Emma bedankt sich für das Kompliment! Dein "IKEA-Problem" teile ich. Ich will nie wirklich was kaufen - es sei denn, es steht eine wirkliche Anschaffung wie Regale oder so an - komme aber natürlich immer mit einer großen blauen Tasche wieder :-).

    Viele Grüße

    Kerstin und Hund Emma

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