Samstag, 12. Juli 2014

Krauts

Uns darf man nun mit Fug und Recht "Krauts" nenen.

Dies ist das vorläufige Zwischenergebnis des Feld-Versuches.

Da wir drei Wochen fern des Feldes in Frankreich weilten, war das Feld fast vier Wochen allein, und sagen wir es wie es ist: Das Feld hat gemacht, was das Feld schon immer einmal machen wollte. Es hat dem Unkraut erlaubt, zu wachsen was das Zeug hält.

Drei voll beladene Schubkarren mit Unkraut haben wir vom Feld, über den schmalen Weg, vorbei am Container und am Klohäuschen zum Unkrauthaufen hinter dem Wasserwagen gefahren und haben den stattlichen Haufen Feld-Abfall um einen beträchtlichen Beitrag unseres Feldes erweitert.

Solltet Ihr ein Feld haben und in den Urlaub gehen, dann vergesst vorher nicht, dem Feld zu sagen, dass es auch während Eurer Abwesenheit ganz brav sein muss und das Unkraut wenn es klingelt nicht rein lassen darf, auch nicht wenn es ihm verspricht, dass es Bonbons hat und ganz lieb ist. Wir hatten leider vergessen, das zu erwähnen.

Aber wir sind des Krauts Herr geworden und siehe da, zwischen all dem Kraut sind auch die Feldfrüchte mächtig gewachsen.




Die grüne Mauer am Ende des Feldes, das sind die Kartoffeln!



Ich wusste nicht, das Kartoffelpflanzen so hoch werden. Ich wusste auch nicht, dass Kartoffelnpflanzen Früchte ausbilden. Kleine hellgrüne Früchte, die an Kirschtomaten erinnern. Wie ich nun gelernt habe, sind die Früchte giftig. Sie enthalten, wie alles was an der Kartoffelpflanze oberirdisch wächst und grün ist, das Alkaloid Solanin. Das Solanin ist auch in den grünen Stellen zu finden, die sich gelegentlich an Kartoffeln bilden und die man wegen eben dieses Solanins abschneiden muss. In den Früchten befinden sich Samen, aus denen man wie bei Tomaten Kartoffelpflanzen ziehen kann. Also nicht das man aus Tomatensamen Kartoffeln ziehen kann, nein, das meine ich nicht. Wie man aus den Kernen der Tomate Tomatenpflanzen ziehen kann, kann man aus den Kernen der Kartoffelfrucht Kartoffeln ziehen.Das meine ich. Das nennt man dann generative Vermehrung. Aus den generativ vermehrten Pflanzen bilden sich pflaumengroße Sämlingsknollen. Die spielen  in der Neuzüchtung von Kartoffelsorten eine Rolle, welche habe ich nicht mehr recherchiert. Kartoffeln zum Verzehr werden so nicht gezüchtet, sondern vegetativ, also über das Verbuddeln von gekeimten Saatkartoffeln. Wieder was gelernt! Wir haben also im April unsere Kartoffeln vegetativ vermehrt.

Ich werde mal einige Kerne aus den Kartoffelpompoms einpflanzen und gucken, was draus wird.

Nachdem der Unkraut-Dschungel gelichtet war, konnten zu unserer großen Freude auch geerntet werden:

Pflücksalat,
Eisbergsalat
Kohlrabi - danke an die Rehe, Hasen, Schnecken und anderen tierischen Gourmets, dass Ihr uns davon dann doch was gelassen habt -,
Erbsen,
Zuckerschoten - die aber leider zu reif waren und sehr bitter schmeckten -
Erdbeeren - in Miniatur-Wunderland-Größe -,
Petersilie,
Dill,
Minze,
eine erste kleine Kartoffel, die ich aus Versehen aus der Erde geholt habe,
ein Wild- und Feldblumenstrauß.




Die anderen Feldfrüchte wachsen mehr oder weniger gut.

Gut wachsen

die im Frühjaht zunächst verloren geglaubten Pastinaken und die zweite Pastinakenaussaat,
die Kürbisse,
der Knollensellerie,
die Kartoffeln,
die Rondinis,
die Möhren,
die Bohnen.


Sorgen bereiten

die roten Rüben - die einfach nicht mehr zu wachsen scheinen. Kleine Blättchen lucken aus dem Boden, sonst nichts -,
der Fenchel - es ist nur etwas Fenchelgrün zusehen, sonst nichts -,
das Basilikum - es wächst zwar, hat aber gelblich verfärbte Blätter -,
die Tomaten - einige Sträucher wachsen gut und haben erste Früchte, andere verharren als Minipflänzchen -, 

Wir drücken den Rüben, dem Fenchel,dem Basilkum und den Tomaten die Daumen und fürchten,

dass die Rüben zu eng stehen,
der Fenchel zu spät ausgesät wurde,
die Tomaten zum Teil zu wenig Licht hatten, weil die Wildblumenwiesenmischung super wuchs und ganz viel Schatten warf - der Strauß daraus war schön und die Wildblumen sind jetzt Geschichte -,
das Basilikum gerade in der Ecke des Feld steht, in der sich gern das Regewasser sammelt.

Wir werden sehen und berichten.   

Als ich die Bilder für diesen Post gesichtet habe viel mir auf, dass ich das Feld im Frühjahr und letzten Sonntag jeweils aus fast der selben Perspektive fotografiert habe.

Toll!! Aus einem grauem Acker wurde eine grüne Pracht und das in nur vier Monaten.
 


 Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.

Gespannt war ich auch darauf, wie das erste richtige Gericht aus eigenen (Kohlrabi, Erbsen, Petersilie) und zugegebenermaßen auch einigen gekauften Zutaten (Kartoffeln, Möhren, Zwiebel) schmecken würde.

Daher hieß es dann:

Die Feldküche hat geöffent!

Diesmal gibt es Schnüsch, einen norddeutschen Klassiker


Schnüsch

Was man braucht

1 Kohlrabi     
3 mittlere Wurzeln       
250 gr Erbsen       
1 Zwiebel      
4 mittlere Kartoffeln 
200 gr Bohnen     
1 Bund Petersilie 
100 ml Gemüsebrühe
200 ml Milch       
200 ml Sahne      
1 Tl Mehl
1 Tl Zucker 
2 Tl Butter
1 Tl Bohnenkraut     
Salz
Pfeffer

Wie man es macht

Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden.

Kohlrabi schälen und in Würfel schneiden. Wurzeln schälen und in Scheiben schneiden.
Erbsen palen. Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Petersilie hacken.

Bohnen putzen und in Salzwasser 5 Minuten kochen, abgießen und abschrecken.

Zwiebel in Butter andünsten, Kartoffelwürfel zugeben und 5 Minuten mit den Zwiebeln andünsten. Kohlrabi und Wurzeln dazugeben und kurz mit andünsten, mit Zucker bestreuen und umrühren. Sodann mit dem Mehl bestäuben und darin das Mehl unterrühren.

Gemüsebrühe, Milch und Sahne angießen. 5 Minuten im offenen Topf köcheln lassen. Erbsen dazugeben und weitere 5 Minuten offen köcheln lassen. Bohnen und Bohnenkraut dazugeben und nochmals 5 Minuten köcheln lassen.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Hälfte der Petersile unterheben. Die andere Hälfte über das fertige Gericht streuen.



Schon fertig.


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