Donnerstag, 3. Juli 2014

Die Ferien der Madame Emma


Wir sind zurück, zurück in Hamburg, zurück in einen Sommer, der glaubt, 16,5°C seien eine angebrachte Temperatur für einen Sommertag. Wir sind zurück in Büros, die aussehen als hätte hier das letzte Mal vor 100 Jahren jemand den Posteingang bearbeitet. Wir sind zurück im Alltag, doch ich will lieber zurück ans Meer, zurück in die Ferien der Madame Emma.

Ich liege am Strand und träume. Ich träume von Wurst, Käse, Brot, Brathuhn und Bratkartoffeln. Das habe ich alles auf den Märkten gefunden oder mir einfach genommen. Ob das alles für mich war und ob ich mir das nehmen durfte, weiß ich nicht. Ist mir aber auch egal, ich bin im Urlaub!


Ich stelle mir vor, dass das Madame (Hund) Emmas Gedanken waren, als sie gemütlich am Strand in ihrer Kuhle schlief. Die Kuhle war natürlich selbst gebuddelt und das ganz ganz nah an dem Strandtuch der Menschen, damit die wieder den tollen Sand auf dem Tuch hatten und einen lustigen Tanz mit dem Strandtuch aufführen konnten.




Madame Emma hat mit uns die letzten drei Wochen in Frankreich genossen, viel geschwitzt und viel Unsinn gemacht: 

Doris das Baguette aus dem Rucksack geklaut - was schnell mit dem I-Phone im Bild festgehalten werden musste -
 
 


gefühlte fünfhundert Stöckchen angeschleppt und sandig auf den Strandtüchern oder direkt auf den in der Sonne dösenden Menschen abgelegt und vieles mehr.


 


Madame Emmas Ferien wurden nie langweilig. Nicht am Strand und auch nicht in der Stadt, nicht für die Madame und nicht für die Menschen.

Nach einem Tag auf der Halbinsel von Giens sind wir zum Abschluss des schönen Tages durch Hyères gebummelt. Hyères ist ganz nett aber nicht so besonders.

Hund Emma machte es besonders! 

Zwei Sekunden lang waren die Augen der Menschen nicht auf Madame Emma gerichtet, da richteten sich viele Augen aus dem Fell der Madame auf uns. Madame Emma hatte neben einem Mülleimer einen Haufen alter Sardinen gefunden und sich darin gewälzt. Die Sardinen hatten noch Augen und die waren nun mit dem Rest der stinkigen Fischmasse in Madame Emmas Fell. Manchmal freut sich der Hund, aber nicht der Mensch. Gottlob gibt es in Hyères Brunnen. Leider stehen die gern auf Verkehrsinseln mitten auf stark befahrenen Straßen. War egal, Madame Emma musste da rein, und zwar sofort. Es gibt Gerüche die lassen einem keine Wahl und Rücksicht auf die Gepflogenheiten des Gastlandes kann man wieder nehmen, wenn die Sardinen raus sind aus dem Fell. Schwupps!!! Madame Emma stand im Brunnen. Dip, dip, dip, in the wisch, wisch, wisch, in the water, in the water, water, water, clean oder zumindest olfaktorisch erträglich. 




Bis auf diesen Zwischenfall hat sich Madame Emma vorbildlich benommen. Ohne Knurren hat sie jeden Ausflug mitgemacht. Madame Emma war mit uns an einem heißen und gewittrigen Tag in Grimaud und in Port Grimaud.

Grimaud besteht aus Grimaud Village und Port Grimaud. Grimaud Village liegt auf einem Hügel hoch über dem Golf von Saint-Tropez. Port Grimaud ist - wie der Name schon vermuten lässt - dagegen ein Küstenort. Aber nicht nur die Lage der beiden Ortsteile könnte kaum unterschiedlicher sein, auch die Orte selber sind völlig verschieden.

Grimaud ist ein alter und sehr ansehnlicher Ort mit mittelalterlichen Gassen wie der Rue des Tempeliers mit dem Arkardenhaus aus dem 15. Jahundert, der Kirche St. Michel vom Ende des 12. Jahunderts, einer alten und noch funktionstüchtigen Brunnenanlage und der Burg aus dem 11. Jahundert als Toppping hoch über dem Ort. Ein Ausflug nach Grimaud lohnt sich unbedingt.


 








Port Grimaud dagegen ist eine auf dem Reißbrett vom schweizer Architekten François Spoerry geplante Retortenstadt aus den 1960 Jahren. Venedig diente als Vorbild. Port Grimaud besteht daher aus Kanälen, Brücken, Fußgängergassen, massenhaft Touristen und vor allem aus Schiffen, Schiffen, Schiffen. Wer sein Boot quasi mit ins Bett nehmen will, ist hier richtig. Jedes Haus hat einen Bootsanleger. Wer einen gewachsenen Ort sucht, ist hier falsch. 

Port Grimaud lohnt sich lediglich für einen kurzen Ausflug am Vormittag oder Nachmittag. Da viele Bereiche nur für die Bewohner, nicht aber für Besucher zugänglich sind, gibt es nicht viel zu sehen. Das was es zu sehen gibt, ist zum Teil schon recht in die Jahre gekommen. Eine der angebotenen Bootsfahrten durch die Kanäle lohnt sich bestimmt, da man dann wohl auch die nicht öffentlich zugänglichen Bereiche sieht. Da wir noch weiter wollten, haben wir aber keine Bootsfahrt unternommen, sondern sind für zwei Stunden durch den Ort gebummelt. Madame Emma fand es toll. Die Menschen denen die Restaurants gehören waren auch dort so umsichtig, den Abfall der Restaurants in Müllsäcken hinter die Häuser zu stellen und mehrere Tage alten Nudeln mit Pesto sind wirklich, wirklich lecker!!







Madame Emma ist natürlich auch durch Saint-Tropez flaniert, der kleine It-Hund. Saint-Tropez hebe ich mir für einen gesonderten Post auf, damit ich noch etwas länger was vom Urlaub habe.




Madame Emma hat uns an dem denkwürdigen Sardinentag auf die Halbinsel von Giens begleitet und ist ein paar Tage später auf der Insel Porquerolles über den Küstenwanderweg und die Hügel geflitzt. 

Die Halbinsel Giens gehört zum Stadtgebiet von Hyères, richtig das ist die nun inoffzielle Gammelsardinenstadt der Côtes d´Azur. Das Besondere an der Halbinsel Giens ist, dass die eigentliche Insel durch zwei rund 4 Kilometer lange Landengen (Tombolos) mit dem Festland verbunden ist. 

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund durch Konsum von Rosé unterstützter Feld-Versuche wurde herausgefunden, dass die Tombolos die Wege sein müssen, über die vergammelte Sardinen nach Hyères wandern, um sich dort neben Mülltonnen zu legen. Stichhaltige Nachweise gibt es keine, aber es muss so sein!

Zwischen den beiden Landengen befindet sich eine Lagune in der früher Salinen zur Salzgewinnung betrieben wurden und in der heute unter anderem Flamingos und die berühmten hyèreschen Gammelsardinen leben. Die Gammelsardinen haben wir gesehen, die Flamingos leider nicht und die weißen Tauben waren mal wieder Möwen. 80% der Halbinsel sind flach wie eine Flunder. Es gibt viele Ferienhäuser und -anlagen, viele Segel- und Surfschulen und an der Ostseite einen Strand mit traumhaftem Wasser, will sagen, keine Algen, keine Felsen, nur weicher weißer Sandboden mit blauem Wasser drüber. Ein Riesenpool!! Sieht dort ein wenig aus wie auf den Florida Keys. Schöne Ecke für einen Badetag und eine kleine Wanderung.









Am Ende der Halbinsel liegt der kleine Ort mit den Riesenparkplätzen, La Tour Fondue. Von La Tour Fondue starten die Fähren für Ausflüge auf die Insel Porquerolles, daher die vielen großen Parkplätze. Neben den Parkplätzen gibt es in La Tour Fondue noch eine Festungsanlage, einen Krämerladen 






und die größte Tomate, die ich bisher gesehen haben. 

Ha, da ist er, der Bezug zum Feld-Versuch! 

Liebes Feld, liebe Tomaten, nehmt euch bitte diese Tomate zum Vorbild und wachst, was das Zeug hält!!! 




Die Insel Porquerolles kann man von La Tour Fondue aus mit dem Schiff in 20 Minuten erreichen. Da Doris schon immer mal auf die Hyèrschen Inseln wollte und Madame Emma  - der It-Hund - geschnüffelt hatte, dass Porquerolles total in ist, haben wir Segel und uns auf die Fähre setzen lassen und haben einen Tag lang die Insel genossen. Herrlich! Keine Autos, unbebaute bewaldete Hügel, überhaupt ganz viel Natur, Weinberge, super Strände, tolle Wanderwege, einfach schön. Die Côte d´Azur wie sie vor dem Touriboom mal gewesen sein muss. Keine Frage, da will ich wieder hin. 










Und dann waren sie vorbei, die Ferien der Madame Emma und unsere auch und wir sind von Stau zu Stau, von Unwetter zu Unwetter langsam Richtung Norden gefahren, nicht jedoch ohne vorher noch einmal die Feld-Küche zu öffnen. 

Die Feld-Küche hat geöffnet!


Es gibt




 Zitrus-Pasta mit Garnelen

  
Was man braucht

Für zwei Personen

10 große Garnelen roh, ohne Schale, Darm entfernt
250 gr Kirschtomaten
Thymian, Blättchen von 4 Stängeln, gehackt 
1 unbehandelte Orange
Parmesan gerieben, 2 Esslöffel
Knoblauch, 1 Zehe fein gehackt
Weißwein 1/2 Glas
Olivenöl
Salz
Pfeffer
250 gr Nudeln/Penne


Wie man es macht


Kirschtomaten waschen und halbieren. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Kirschtomaten und den Thymian dazugeben, Hitze reduzieren, salzen, pfeffern und die Tomaten in dem austretenden Saft schmoren lassen, bis die Tomaten weich aber noch nicht verkocht sind, der Tomatensaft aber fast ganz eingekocht ist. Tomaten von der Flamme nehmen. 

Von der Hälfte der Orange die Schale abreiben. Die Orange ausdrücken und den Orangensaft salzen und pfeffern.

In einer zweiten Pfanne die Garnelen kurz scharf anbrachten. Knoblauch dazugeben, Hitze reduzieren. Mit Orangensaft und Weißwein ablöschen. Die Kirschtomaten und die Orangenschale dazugeben und zusammen mit den Garnelen schmoren, bis die Garnelen gar sind, das dauert höchstens 5 Minuten. Nun solltet ihr eine sämige, nach Orangen duftende Soße in der Pfanne haben, ggf. müsst ihr noch etwas Weißwein hinzugeben. Aber nicht enttäuscht sein, es ist nicht viel Soße. Wer mag, fügt jetzt den Parmesan hinzu, dann wird die Soße noch sämiger, zwingend ist der Käse nicht.

Nudeln nach Packungsanweisung kochen, abgießen, in die Pfanne zur Garnelensoße geben, durchschwenken. 





Schnell aufessen, es ist einfach zu lecker, um es kalt werden zu lassen. 


Kerstin




 

Kommentare:

  1. wow, welch tolle Fotos... Das macht direkt Lust auf Urlaub in Frankreich, wo ich übrigens noch nicht war. Ob es meiner Hündin auch gefallen würde?? Sie ist ja eher wasserscheu...
    Das Rezept klingt sehr lecker, muß ich unbedingt mal ausprobieren.
    LG und schönes Wochenende

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  2. Hallo Christa,

    Deine Hündin wäre bestimmt begeistert. Hund Emma ist auch nicht der ganz große Schwimmer, aber wenn es so richtig schön warm ist, dann liebt sie es, bis zum Bauch im Wasser zu stehen. Gerade in der Gegend um Saint-Tropez gibt es viele wilde Strände, also Strände die nicht bewacht, die Wuffs daher "erlaubt" sind und ohne Leine ihren Spaß haben können. Selbst an einigen bewachten Stränden sind Hunde zwar nicht erlaubt, werden aber akzeptiert, wenn sie keinen Unfug machen und sich keiner beschwert. WIr haben nur gute Erfahrungen gemacht. Liebe Grüße auch von Hund Emma

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