Montag, 12. Mai 2014

Kaffee und Bohnen

Es gibt etwas zu berichten über Kaffee und Bohnen, über Mangold, Käsesahnetorte und Rote Bete Tarte.

Den Kaffee gab es gestern bei meiner Mama zum Muttertag. Der Kaffee kam in Begleitung einer Käsesahnetorte, die Ihr kennenlernen müsst.

Wir öffnen daher später noch die Feld-Küche, um diese - wie ich finde - Beste aller Käsesahnetorten für die Süßen und eine leckere Rote-Bete-Tarte für die vorzustellen, die es lieber deftig mögen. Dazu wie immer mehr am Ende des Posts.

Zunächst aber ab auf´s Feld! 


Wie Doris gestern schon gepostet hat, haben wir den Feld-Besuch am Samstag spontan auf Sonntag verschoben. Das war uns für einen Samstag zu viel schnelle Luft von allen Seiten und zu viel Wasser von oben.

Gestern musste es dann aber sein. Das Feld freute sich schon auf die Ankunft der Bohnen und des Mangolds und wir wollten es nicht enttäuschen.

Bohnenkerne und Mangoldsamen hatten die Nacht im Kamillentee verbracht und wollten raus. Laut Aufdruck auf den Samentütchen soll man sowohl die Bohnen als auch den Mangold vor der Aussaat in dieser Weise vorbereiten. Wenn´s hilft, machen wir das natürlich so.

 




Die Bohnen haben wir in zwei Reihen auf dem Feld ausgesetzt. Der Mangold darf es sich daneben in einer und einer halben Reihe gemütlich machen. Ich hoffe, beide haben es gern feucht. Das Feld ist dank des ausgiebigen Regens gut nass. Tritt man einmal etwas fester auf den Boden, sackt man dort, wo der Boden für die Aussaat gelockert ist, fast bis zum Knöchel ein und kann bewundern, wie um den Fuß herum langsam das Wasser aus dem Boden aufsteigt. Jetzt glaube auch ich, dass man wirklich nicht gießen muss.

Nicht angegossen haben wir daher den Fenchel, dem wir mit einer zweiten Aussaat noch einmal eine Chance bieten. Von der ersten Aussaat ist leider nichts aufgegangen.

Apropos erste Aussaat und nicht aufgehen. Hatte ich nicht mehrfach geschrieben, die erste Aussaat der Pastinaken sei nicht aufgegangen? Das war ein Irrtum. Sie ist aufgegangen! Eine Woche nach der Aussaat Anfang März war der zur Markierung der Pastinakensaat aufgestellt Eisstiel verschwunden und damit für uns auch jeglicher Hinweis darauf, wo auf dem damals noch einheitlich grauen Feld wohl Pastinaken wachsen würden. Die netten grünen Blätter, die neben dem Spinat wachsen, hielten wir daher bis gestern stets für eine der Salatsorten. Nun, was soll ich sagen, so langsam wird das Blattgrün größer und es beschleicht uns der begründete Verdacht, dass da kein Salat, sondern die verschwundenen Pastinaken wachsen. Direkt daneben keimt in trauter Eintracht die zweite Aussaat. An Pastinaken wird es uns wohl nicht mangeln.

Die Feld-Früchte, die schon länger auf dem Feld sind, haben sich eingelebt. Die Kartoffeln wachsen gut. Der Spinat, die roten Rüben, die Möhren und der Eissalat sind weder den Schnecken, den Kaninchen noch anderen Gourmets zum Opfer gefallen. Der Sellerie ist zwar angeknabbert, hält aber wacker dagegen, was auch für die Kürbispflanze gilt. Der Kohlrabi hat wieder deutlich sichtbare Blätter. An den Erdbeerpflanzen sind vier winzig kleine Erdbeeren zu sehen und die Kräuter werden stetig kräftiger. Nur der Brokkoli leidet still vor sich hin und der Mangold, den Doris am 03. Mai 2014 als Jungpflanze gesetzt hat, hat offensichtlich geschmeckt.




Das war die Feld-Post.

Nach getaner Arbeit hat man Hunger daher mal schauen, ob ...., ja sie hat:

Die Feld-Küche hat geöffnet!

Solange ich denken kann, gab es bei meinen Eltern zu jeder Familienfeier mit Kaffee und Kuchen Käsesahnetorte mit Mandarinen. Ohne diese Torte keine Feier, keine Feier ohne diese Torte. Wer der oder besser die Erste in der Familie war, die diesen All-Time-Favorite das erste Mal gebacken hat, ist heftigst umstritten. Ich glaube, es war meine Tante Bruni! Sorry Mama, ich meine das war so! Wichtig ist ja auch nur, dass meine Mama sie zu jedem, wirklich jedem meiner Geburtstage und zu allen anderen Familienfeiern gebacken hat.

Da meine Mama mit ihren 82 Jahren nun so langsam keine Lust mehr auf das Backen hat, habe ich vor ein paar Jahren die ehrenvolle Aufgabe übernommen, Familie und Freunde mit der Käsesahnetorte zu versorgen. Fragt man Doris, welchen Kuchen sie sich zu ihrem Geburtstag wünscht, ist die Antwort? Richtig. Ochhh, gern die Käsesahnetorte.

Eine weitere Familientradition ist es, dass ungefähr fünf Minuten nachdem das lezte Tortenstück verputzt ist, jemand bemerkt, dass man nun doch auch sehr gut etwas Herbes essen könne. Die vorbereiteten Käsewürfel finden dann sehr schnell den Weg auf den Tisch, dann passt wieder Kuchen und dann könnte man schon wieder ..... .

Da Ihr sicher wisst, wie man Käse in Würfel schneidet und eine deftige Tarte aus karamellisierter roter Bete mit Ziegenkäse viel schöner aussieht, als ein Teller mit Käsewürfel, kommt neben der Käsesahnetorte mit Mandarinen heute auch eine Rote-Bete-Tarte aus der Feld-Küche. 


Käsesahnetorte mit Mandarinen

Was man braucht 

Für die Böden

175 gr. Butter
175 gr. Weizenmehl Typ 505 
50 gr. Puderzucker
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eigelb
1 TL Backpulver
1 Prise Salz

Für die Füllung

250 gr. Speisequark (Fettstufe nach Wunsch, es schmeckt mit allen)
2 Dosen Mandarinen
1 Zitrone
2 Eiweiß
1 Tüte gemahlene Gelatine oder 6 Blatt Gelatine
200 gr. Schlagsahne
50 gr. Puderzucker

Wie man es macht

Mandarinen aus der Dose gut, am Besten über Nacht, abtropfen lassen. Den Saft auffangen.Einige Mandarinen für die Dekoration zur Seite stellen.

Eier trennen. Eiweiß beiseite stellen, es wird für die Füllung benötigt.
Eigelb mit Butter und Zucker und Vanillezucker verrühren bis die Masse weißlich ist. Mehl mit dem Backpulver und einer Prise Salz mischen und zur Eimasse geben. Zu einem geschmeidigen Teig verrühren. 

Ofen auf 200 °C (Umluft 180°C) vorheizen

Boden einer Springform (Durchmesser 24 cm) mit Backpapier auslegen und Springform schließen. 

Die Hälfte des Teigs auf dem Boden verteilen. Den rohen Teig vorsichtig so einritzen, als würdet Ihr ihn in Tortenstücke aufschneiden wollen. Das erleichtert das Schneiden nach dem Backen ungemein. 

Den Boden im vorgeheizten Ofen ca 10-12 Minuten goldbraun backen. Aus dem Ofen nehmen und sofort in Tortenstücke schneiden. Diese Tortenstücke auf ein Bachpapier legen. 

Den zweiten Boden aus der zweiten Hälfte des Teigs backen aber nicht aufschneiden, sondern auf dem Boden der Springform auskühlen lassen. 

In der Zwischenzeit für die Füllung die Zitrone auspressen.  

Den Quark mit dem Zucker, einem guten Schuss vom aufgefangenen Mandarinensaft und dem Saft der Zitrone verrühren. Die Mandarinen darunter heben. 

Eiweiß steif schlagen. Sahne steif schlagen. 

Gelatine nach der Packungsanweisung mir etwas vom Mandarinensaft auflösen und unter die Quarkmasse geben. Geschlagene Sahne und den Eischnee unterheben. 

Den Rand der Springform mit Frischhaltefolie auslegen und wieder um den zweiten Boden schließen. Quarkmasse einfüllen und die aus dem ersten Boden geschnitten Tortenstücke auf der Quarkmasse als Decke verteilen. Torte für mehrere Stunden kaltstellen, am Besten über Nacht.

Springformrand lösen. Torte mit Puderzucker bestreuen und die restlichen Mandarinen als Deko auf den Tortenstücken verteilen. 




Bis zum Servieren kaltstellen und danach aufpassen, dass man was abkriegt.

Und wenn dann einer der Gäste nach dem letzten Stück anmerkt, nun würd doch sehr gut etwas Herbes passen, dann serviert Ihr

 

 Rote-Bete-Tarte mit Ziegenkäse

Was man braucht

Für den Mürbeteigboden

200 gr. Weizenmehl
1 Prise Salz
100 gr. kalte Butter in kleine Stücke geschnitten
1 Eigelb
ca. 80 -100 ml sehr kaltes Leitungswasser
 
Für die Füllung

4 mittlere rote Beten roh 
(vorgekochte vakuumierte wenn es schneller gehen soll, schmecken auch sehr gut) 

2 große rote Zwiebeln
etwas Butter, ca 50 gr.
2 Tl Puderzucker 
4 TL El Balsamicoessig
1 Becher Schmand
100 gr. Ziegenfrischkäse
1 Ei
1 Zehe Knoblauch
Salz
Pfeffer

Ei trennen. Eigelb aufbewahren. Das Eiweiß braucht ihr für die Tarte nicht. 

Das Mehl und die Butterstückchen in einer Schüssel mit den Händen vermischen, bis sich beides zu Streuseln verbunden hat. Schnell arbeiten ist wichtig. Das Eigelb, das Salz und kaltes Wasser dazugeben. Immer mit wenig Wasser beginnen und wenn der Teig zu trocken ist, Wasser nachgeben, sonst wird der Teig schlickig. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Wieder schnell arbeiten und nicht lange kneten, sonst wird der Teig hart. 

Teig zur Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und für mind. eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.

Die Füllung zubereiten. Dafür die roten Beten im Ganzen kochen. Das dauert lange, ca eine 3/4 bis 1 Stunde. Daher nehme ich gerne die vorgekochte, vakuumierte rote Bete. Für die Tarte ist die ganz genau so gut wie die frische und noch habe ich ja keine frische vom Feld. Dann wird das natürlich anders. 

Nehmt Ihr die frischen roten Beten, diese nach dem Kochen schälen. Rote Bete in Scheiben schneiden. 


In einer Pfanne die Hälfte der Butter schmelzen lassen und 1 TL Puderzucker dazugeben und den Puderzucker in der Butter auflösen. Die rote Beete dazugeben durchschwenken und 2 TL Balsamicoessig über die rote Beete geben. Nochmals durchschwenken. Salzen und pfeffern. Aus der Pfanne nehmen abkühlen lassen.

Zwiebel schälen und in Ringe schneiden. Den Rest der Butter in der Pfanne schmelzen lassen. Zwiebeln anbraten. Den zweiten TL Puderzucker über die Zwiebelringe geben, durchschwenken, 2 TL Balsamicoessig darübergeben, nochmals durchschwenken. Salzen und pfeffern. Aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen. 

Wer es eilig hat, lässt rote Bete und Zwiebeln zusammen karamellisieren. Geht auch sehr gut. Dann erst die Zwiebeln anbraten, rote Bete kurz ebenfalls anbraten und dann karamellisieren.

Den Schmand mit dem Ziegenfrischkäse, dem Ei dem Knoblauch (gehackt oder gepresst, ich merke da keinen Unterschied) verrühren. Salzen und pfeffern. 

Ofen auf 200°C (Umluft 180°C) vorheizen.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und dünn ausrollen. In eine gebutterte Tarteform, Durchmesser 24 bis 26 cm und am Besten mit einem Boden zum Herausnehmen geben. Je nach Größe der Form reicht der Teig eventuell für eine zweite Tarte. Müsste Ihr ausprobieren.Wenn Teig übrig ist, einfrieren. Man kann ihn für ca. 1 Monat im Tiefkühler aufbewahren und bei Bedarf auftauen und verwenden.

Mit einer kleinen Gabel einstechen. Backpapier auflegen und mit getrockneten Erbsen, Bohnen oder Linsen beschweren. Für 10-15 Minuten so im Ofen blind backen. Form aus dem Ofen nehmen. Hülsenfrüchte und Backpapier entfernen. 

Rote Bete und Zwiebeln auf dem Boden verteilen, Schmandmischung darübergeben. Für ca. 30 Minuten im Ofen backen, bis die Tarte Farbe angenommen hat, aber nicht zu dunkel ist. 

 

Aus dem Ofen nehmen, aufessen, zufrieden den Bauch streicheln.

Kerstin


























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