Sonntag, 30. März 2014

Der Anfang

16. März 2014, der Tag an dem unser Feldversuch begann oder besser gesagt der Tag, an dem wir das erste Mal auf unserem Feld ackern konnten.

Begonnen hatte der Feldversuch bereits im September 2013. Ich, Kerstin, überlegte, was ich Doris in diesem Jahr zum Geburtstag schenken könnte. Doris, das wusste ich genau, hatte schon seit sehr langer Zeit den Wunsch zu gärtnern. Ich, das wusste ich ebenfalls sehr genau, hatte seit genau so langer Zeit den Wunsch, nie einen Schrebergarten zu besitzen.Schrebergarten, das klingt für mich nach Kassenwart, Einheitshöhe beim Heckenschnitt und Zwangsmitgliedschaft. Eigenes Gemüse und Blumen anbauen, das konnte aber auch ich mir schon lange gut vorstellen.

Wie aber ohne eigenes Haus, mit einer Wohnung mitten in der Stadt und einer tiefen Abneigung gegen Schrebergärten Doris Wunsch nach einem eigenen Garten erfüllen und dabei auch selber Spaß haben.

Begriffe wie Urban Gardening, Guerilla Gardening oder Stadtgarten gingen mir durch den Kopf und ich machte mich auf die Suche im Netz.

Zunächst stieß ich auf die Seite www.meine-ernte.de. Aber auch das war nicht das was ich suchte. Auf den Feldern von meine-ernte entscheidet man nicht selber was man anbauen will. Vielmehr werden vom Verpächter im Frühjahr verschiedene Gemüsesorten gepflanzt und gesät. Lediglich auf dem danach noch verbleibenden Rest der Parzelle kann man nach eigenen Wünschen Gemüse oder Kräuter anpflanzen. Mir war klar, dass das nicht das wäre was Doris sich unter ihrem Gemüsegarten vorstellt.

Nach einigen weiteren Klicks landete ich dann auf der Seite des Projekts Saisongarten. Klasse! Das war es! Das Feld ist nicht zu weit weg. Parzellen gibt es in zwei Größen, 40 qm oder 80 qm. Die Pacht pro Saison liegt weit unter der die man bei meine-ernte.de bezahlt und man kann völlig frei entscheiden was man anbaut. Wenn es keinen Spaß macht, ist nach einer Saison alles vorbei. Schnell füllte ich die Nutzungsvereinbarung aus, schickte sie per Fax ab und bekam nach wenigen Tagen per Mail die Bestätigung, dass wir in 2014 dabei sein würden. 

Da in der Bestätigungsmail das erste Treffen der Saisongärtner 2014 bereits für Oktober 2013 angekündigt wurde, blieb mir nichts anderes übrig, als Doris das Feld bereits Ende September zu schenken. Doris erfuhr daher schon einige Wochen vor ihrem Geburtstag davon, dass ab dem Frühjahr 2014 einiges an Feldarbeit auf sie zukommen würde. Das Geschenk war ein voller Erfolg. Seit Ende September bis zum Versuchsbeginn am 16. März 2014 haben wir ständig geplant, viel zu viele Tütchen mit Samen gekauft und ungeduldig darauf gewartet, endlich anfangen zu dürfen.

Beutel Beute


Im Oktober 2013 waren wir dann zum ersten Mal auf dem Feld und haben bestaunt was dort alles erfolgreich angebaut worden war. Super!Am liebsten hätten wir gleich angefangen.



 Doris und Hund Emma als Besucher im Oktober 2013



Natürlich erfuhren auch alle Freunde und Verwandte schnell, dass Doris ab 2014 unter die Gemüsebauern gehen würde. Zum Geburtstag und zu Weihnachten gab es daher Bücher über Gemüseanbau, Garenhandschuhe, Kniekissen, Pflanzen ...... . Sobald diese schönen Dinge zum Einsatz kommen, werden wir sie auf diesem Blog gebührend würdigen.

Anfang März 2014 kam dann die lang ersehnte Mail. Da der Winter 2013/2014 keiner war und der Frühling schon vor seinem kalendarischen Beginn in Hamburg Einzug gehalten hatte, würde es am 16. März 2014 los gehen.

Los geht´s! Ab auf´s Feld!

Also ging es am 16. März 2014 auf den Acker. Erst einmal die Parzelle suchen. Ah, da ist sie!!


Feld ohne Kassenwart



Schaufel raus, Pastinaken- und Kerbelsamen in die Erde. Fertig! Ist doch alles gar nicht schwer! Und schau mal, was die Nachbarn für schöne Steine um ihre Parzelle gelegt haben. Wo die die wohl herhaben? Sieht aber toll aus, das machen wir auch!

Das waren ungefähr so unsere Worte, als wir stolz die ersten Feldarbeiten vornahmen. Da Christoph vom Saisongarten Team bei einer Informationsveranstaltung erklärt hatte, dass das Feld vor der Übergabe vorbereitet und noch einmal gedüngt wird, gingen wir davon aus, dass wir sofort mit der Aussaat beginnen können. Erst eine Woche später, am letzten Sonntag, erklärte uns unser Freund Klaus, der nach Doris Geburtstagsfeier und angesteckt von unserer Gärtner-Euphorie, die Nachbarparzelle gepachtet hat, dass man das Feld erst noch vorbereiten muss. Und siehe da, nun haben wir auch Steine um unsere Parzelle auslegen können. Mitbringen mussten wir sie nicht. Die Steine waren alle in der Erde unserer Parzelle und kamen nach dem Auflockern des Bodens mit gefühlt 2 Kilo Pastinakenresten vom letzten Jahr aus dem Boden. Erste Lektion gelernt. Mal sehen, ob in den Reihen die wir nicht aufgelockert haben, weil dort schon die Pastinaken und der Kerbel gesät waren, nicht, weniger oder aber gar mehr als auf dem Rest des nun perfekt aufgelockerten Felds wachsen wird.

Am letzten Sonntag, den 23. März 2014, haben wir dann noch Zuckererbsen und Palerbsen ausgesät. Doris hat am vergangenen Donnerstag Knoblauch und Erdbeeren gepflanzt.






Im Boden sind nun:

- Pastinaken,
- Kerbel,

- Zuckererbsen,
- Palerbsen,

als Direktsaat,

- Knoblauch und
- Erdbeeren

vorgezogen, also als Setzlinge.

Mal schauen, ob bis heute schon was zu von der Direktsaat gekeimt hat.


Kerstin



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