Sonntag, 31. Januar 2016

Der letzte Tag des Januar - Kopfreise

Der letzte Tag des Januar, 41 Tage des Winters liegen hinter uns. Der letzte Tag des Januar, noch 48 mal schlafen, dann ist Frühling. Der letzte Tag des Januar, Zeit für die ersten Überlegungen zum Sommerurlaub 2016.

Der letzte Tag des Januar und die Tage darum, das war in meiner Kindheit die Zeit der Reisekataloge. Mein Vater brachte mindestens 5 Kataloge mit nach Hause und die Familie ging auf Kopf-Reise.  Die Reisekataloge waren toll. Ich habe Stunden damit verbracht, mir die Bilder anzusehen und davon zu träumen, ich könnte an all die schönen, fremden, weit entfernten Orte fahre, in luxuriösen Hotels wohnen, am Strand spielen, in den Bergen wandern, Spaß haben. Im Ergebnis sind wir dann in den meisten Jahren doch wieder an die Nordsee nach Sylt gefahren, aber die Kataloge waren trotzdem ein großer Spaß und gehörten zum Jahresbeginn einfach dazu.


Wie ganz anders die Reiseplanung heute ist. Ich habe seit Jahren keinen Reisekatalog mehr in der Hand gehabt. Irgendwoher kommt die Idee, wir könnten dieses Jahr ja mal nach .... oder nach .... fahren. Das Notebok wird angeworfen.  Der Ort oder der Landstrich werden gegooglet. Ich lese die Reiseberichte anderer Blogger zum Ziel der Wahl. Das Reiseziel wird für gut und Hund Emma tauglich befunden oder nicht. Ist das Reiseziel Hund Emma geprüft und von allen Mitreisenden für gut befunden, wird die Unterkunft im Internet gebucht - es ist übrigens nie ein Hotel - die Anreise über einen Routenplaner geplant, Zwischenstopps ergooglet, Hotels für die Zwischenstopps gebucht. Fertig ist die Reise.

Das Reiseziel für dieses Jahr ist übrigens schon gefunden, ich verrate aber noch nicht wohin es geht. Holland wird es aber bestimmt nicht noch einmal. Sorry liebe Holländer, schlechtes Wetter haben wir schon in Hamburg oft genug.

Und nun spiele ich Reisekatalog und nehme euch mit an den Gardasee. Als ich gestern die Speicherkarte der Kamera löschen wollte, um Platz für neue Bilder zu schaffen, musste ich feststellen, dass dort noch so einige Bilder vom Gardasee darauf warteten, auf den PC gezogen und in diesem Post präsentiert zu werden.

Andiamo, kommt mit an und in den See !


Nach einer Woche in Venedig verbrachte Hund Emma Anfang Oktober 2015 zwölf Tage am Gardasee.

Hund Emmas Planschbecken ist mit einer Fläche von 350 Quadratkilometern, einer Küstenlänge von rund 163 km und einer Tiefe von 374 m mit Abstand der größte italiensiche See und gerade im Frühjahr und im Herbst ein tolles Reiseziel für Mensch mit Hund. Der Gardasee liegt in gleich drei Provinzen, im Norden im Trentino, im Osten in Verona, im Westen in Brescia. Im Norden erinnert der See an einen Fjord. Hier trifft man auf hohe Berge und schroffe Felswände. Man kann herrliche Wanderungen unternehmen, mit dem Schiff von Riva del Garda über Limone nach Malcesine tuckern, mit der Seilbahn auf den Monte Baldo fahren und die oberhalb des Gardasees gelegenen Seen, Lago di Ledro und Lago di Tenno, besuchen. Im Süden ist die Landschaft dagegen fast so flach wie Schleswig-Holstein mit vielen Campingplätzen und Badeorten. Wer gern wandert, raue Natur in den Bergen und lieblich italienisches Flair am See sucht, ist im Norden gut aufgehoben. Der Süden bietet sich dagegen für einen Familienurlaub mit viel Badespaß am See an. Meins ist der Süden nicht, mit Ausnahme des schönen Ortes Sirmione. 

Wir hatten eine sehr gut ausgestattete, moderne Wohnung in Riva del Garda, dem nördlichsten der Orte am Gardasee gemietet. Leider lag die Wohnung in einem reinen Wohngebiet mit lauter modernen Wohnblöcken von fragwürdiger Schönheit. Wenn man auf dem Sofa die richtige Sitzhaltung einnahm und etwas schräg von unten aus dem Fenster sah, blickte man aber gleichwohl auf die Berge. Lage war nicht so doll, Wohnung dagegen top. Und die Lage hatte auch Vorteile. Gleich gegenüber der Wohnung gibt es eine sehr gute Eisdiele und einen guten Bäcker die täglich bis in die späten Abendstunden geöffnet hatten. Man bekommt sehr feines Eis und gutes Brot. Nur ein kurzes Stück die Straße hinauf liegt zudem die örtliche Verkaufstelle der Kooperative Alpe di Garda.

Die „Alpe del Garda“ ist eine Genossenschaft, die 1980 von 60 Mitgliedern gegründet wurde. Die Genossenschaft sammelt die Milch, die in den Ställen und auf den Almen ihrer Mitglieder produziert wird und verarbeitet sie zu den typischen Käsesorten der Region, wie dem Formagella di Tremosine. In dem schicken modernen Laden bekommt man auch sehr gutes Fleisch aus der Region, Wein, Olivenöl und lauter weitere Leckereien. Wer in Riva und Umgebung Urlaub macht, der sollte in dem Laden vorbeischauen. Noch viel schöner als im Laden der Genossenschaft in Riva del Garda einzukaufen, ist es, nach einer Wanderung duch die Hochebene von Tremosine zwischen Vesio und Pieve die Molkerei mit Laden und Restaurant in der Via Provinciale 1 in Tremosine zu besuchen. Selbst der unbegabteste Städter kann hier selber "melken". Noch nie waren Milch und Joghurt sooooooo lecker!


Und was kann man, außer die Stahl-Kuh zu melken, sonst noch so machen? Wandern, wandern und noch ´mal wandern. Wir sind unter anderem diese vier Touren gegangen, die alle auch mit Hund gut und leicht zu gehen sind. 

Von Pregasina über die Punta di Larici zur Malga Palaer und zurück nach Pregasina. 


Man startet am Parkplatz unterhalb der Kirche im kleinen Dorf Pregasina, das malerisch hoch über dem westlichen Gardaseeufer oberhalb von Limone liegt. Vom Parkplatz aus folgt man dem Weg Nr. 422b Richtung Bocca Larici, Malga Palaer. Der Weg führt eine dreiviertel Stunde lang aufwärts durch den Wald des Val Palaer zunächst zu einer unbewirtschafteten Alm und daran vorbei zum Aussichtspunkt Punta Larici. Ein schönder Platz für eine erste Rast. Herrliche Ausblicke auf See und Schaf sind garantiert.




Von der Punta Larici aus geht es wieder zurück, vorbei an den Gebäuden der Alm geradaus auf einem breiten Weg zur Malga Paleaer, die man nach ca. zehn Minuten erreicht. Wer es richtig schwierig mag, kann links auf einem steilen und steinigen Pfad zum Passo Rocchetta aufsteigen. Wer es wie Hund Emma lieber gemütlicher angehen lassen will, geht auf dem breiten Weg nach rechts weiter. Der breite Weg endet nach weiteren zehn Minuten und man folgt einem recht steil nach Pregasina hinab führenden Pfad. Nach einer guten dreiviertel Stunde auf diesem zum Teil sehr steilen Pfad erreicht man wieder den breiten Weg 422b der nach links zurück nach Pregasina führt.

 

Von Garda am See entlang zur Punta San Vigilio 


Dies ist keine Wanderung, eher ein gemütlicher Spaziergang. Startpunkt ist der Hafen von Garda. Garda liegt auf der östlichen Seeseite zwischen Torri del Benaco im Norden und Bardolino um Süden.

 
Auf der Promenade geht man aus dem Ort heraus Richtung Norden. Nach zehn Minuten endet die Promenade und man geht immer am See entlang erst auf einem festen Sandweg, dann über die Kiesel direkt am See bis zur wunderschönen Punta San Vigilio, einer kleinen mit großen Zypressen bewachsenen Landzunge zwischen Torri del Benaco und Garda. Ein traumhaft romantischer Ort mit einem kleinen Hafen und der Villa Brenzone aus dem 16. Jahrhundert. Nach einem gepflegten Campari auf der Terasse des kleinen Lokals geht man auf dem selben Weg zurück nach Garda.




Rundweg um den Lago di Tenno ins Mittelalter


Den Lago di Tenno erreicht man mit dam Auto über eine Serpentinenstraße vorbei an vielen Maronenbäumen von Riva del Garda aus in ca 20 Minuten. Die Fahrt führt zunächst aus dem Ort heraus Richtung Norden. An einem Kreisel folgt man der Beschilderung zum Lago di Tenno. Wenn ihr auf der linken Seite einen großen Parkplatz seht, seid ihr da. Den See kann man vom Parkplatz aus noch nicht sehen. Überquert die Straße und geht zwischen den Hotels die Treppe hinunter. Unten leuchtet smaragdtürkis der See. Der Lago di Tenno wurde vor mehr als 3.000 Jahren durch einen Bergsturz  aufgestaut. Der Weg führt links oder rechts herum einmal um den See. Im Sommer und bis weit in den Herbst kann man in dem unwirklich türkisfarbenen Wasser baden. Am Ufer stehen viele Maronenbäume und der Blick auf die Berge ist wunderschön.


Nach einer Stunde hat man den See umrundet. Oberhalb der Treppe zum Parkplatz weisen Schilder den Weg ins Mittelalter. Über einen schönen Weg gelangt man in 20 Minuten in das Dorf Canale di Tenno. Das in den Nachkriegsjahren verlassene Dorf, wurde in den 60er Jahren, dank künstlerischer und kultureller Initiativen, wiederbelebt. Nach einem Bummel durch die Gassen könnt ihr euch in der  „Casa degli Artisti – Künstlerhaus”, das nach dem Kunstmaler Giacomo Vittone benannt wurde, einen Drink genehmigen. Die Casa degli Artisi ist Wohnstätte sowie Begegnungsstätte für Künstler aus ganz Europa. In dem kleinsten aller Musikclubs unter dem Restaurant finden regelmäßig Konzerte statt. Sehr, sehr sehenswert.




 Santuario della Madonna di Monte Castello


Und wer dann immer noch nicht genug vom Wandern hat, der fährt hinauf zum Santuario della Madonna di Monte Castello hoch über Gardola an der Straße nach Prabione. Hinter dem Kloster führt ein Wanderweg hinauf auf den Monte Cas, mit fantastischen Blicken auf den See und die Berge.


Die zwölf Tage am Gardasee waren wunderschön. Mensch und Hund haben sich viel bewegt, waren sogar noch im See schwimmen und haben am Abend mit Begeisterung in der Feldküche gekocht und euch dieses Rezept mitgebracht.

Auf in die Feldküche. Es gibt

Risotto mit Salsiccia 
Risotto alle pilota



Was man braucht

320 gr Risottoreis (Canaroli)
700 ml Gemüsebrühe
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
40 gr Butter
200 gr Salsiccia (rohe italienische Bratwurst)
1 Rosmarinzweig
1/8 l trockener Weißwein
1 Msp. Zimt
Salz,
Pfeffer

100 gr geriebener Bergkäse


Wie man es macht

Gemüsebrühe und Wein aufkochen. Reis in die Brühe geben. Sobald die Brühe wieder kocht, einmal umrühren, Deckel auf den Topf legen und bei schwacher Hitze 10 Minuten köcheln lassen. Bei diesem Risotto wird anders als sonst nicht ständig gerührt.

Zwiebel und Koblauch schälen, fein hacken und in 20 gr. Butter glasig braten. Wurst aus der Pelle drücken und zu kleinen Klößen formen. Klöße und Rosmarin und Zimt zu den Zwiebel geben, salzen und pfeffern und bei kleiner Hitze 10 Minuten braten. Vorsicht mit dem Salz, die Salsiccia ist oft schon sehr salzig.



Vom Reistopf den Deckel abnehmen, Topf vom Herd nehmen und ein Tuch auf den Topf legen. Den Reis so 5 Minuten nachgaren lassen.

Wurst und Zwiebeln zum Reis geben. Wem der Risotto zu fest ist, der gibt noch etwas heiße Brühe dazu. Restliche Butter auf dem Risotto verteilen. Käse getrennt dazu reichen.



Lasst es euch schmecken und träumt von Sommer, Sonne und Italien.

Über eure Kommentare freuen sich Hund Emma und ihr "Rudel"!
















 


Sonntag, 17. Januar 2016

Willkommen 2016

Willkommen im neuen Jahr, willkommen in 2016!


So langsam komme ich in diesem neuen Jahr an. Ich datiere Schreiben nicht mehr ständig auf den Januar 2015 und gewöhne mich daran, dass der Kalender und das neue Jahr weitere elf Monate und vierzehn Tage für uns alle breithalten. Im neuen Jahr anzukommen ist für mich auch in diesem Jahr wieder nicht so leicht. Was wird das Jahr bringen? Wird es gut oder schlecht, spannend oder langweilig? Bleiben Familie und Freunde gesund? Werden wir genügend Anlässe finden, um guten Wein zu trinken und Spaß zu haben? Werden die Champagner-Vorräte reichen? Wie in jedem Jahr stelle ich mir diese - zum Teil nicht ganz ernst gemeinten - Fragen auch im Januar 2016. Aber auch wenn der Schneeregen einem waagerecht um die Ohren fegt, Öhrchen hängen lassen ist keine Option. Daher gilt auch dieses Jahr wieder: Ohren aufstellen, Krone zurechtrücken, auf geht´s. Liebes neues Jahr, wir kommen.

Und was hilft ganz wunderbar gegen den Neues-Jahr-Winter-Blues? Es helfen ein Winterspaziergang mit dem besten Hund der Welt und wunderbar weiche, süße und unwiderstehliche Puddingschnecken.


Auf Nachfrage teilte Hund Emma heute Morgen mit, sie müsse zwar derzeit noch den Hefeteig bewachen, wolle danach aber gern einmal wieder in den Waldpark Falkenstein in Hamburg/Rissen. Zunächst möge man dort bitte mit ihr durch den Wald und dann an den Strand spazieren und den Ball, den möge man bitte auch nicht vergessen.

Na wenn das so ist, dann machen wir das, gehen wir im Waldpark Falkenstein spazieren.

Den Waldpark Falkenstein erreicht man gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit der S-Bahn fährt man bis zur Haltestelle Blankenese, steigt dort in den Bus der Linie 286 und fährt bis zu Haltestelle Falkenstein. Die Linie 286 fährt auch von den S-Bahnstationen Rissen oder Othmarschen aus.

Wer mit dem PKW anreisen möchte, biegt von der Blankeneser Landstraße links in die Kösterbergstraße ein. Der Parkplatz befindet sich an der Buswende an der Kreuzung Falkenstein/In de Bargen. An den Wochenenden ist dort aber nur schwer ein Parkplatz zu finden.

Vom Parkplatz aus nehmt ihr den rechten Weg in den Waldpark Falkenstein hinein. Nehmt nicht die Straße, die links vom Parkplatz aus direkt zur Elbe hinunterführt, es sei denn, ihr wollt gleich zum Strand.

Ihr folgt dem Waldweg mal aufwärts, mal abwärts immer auf dem oberen der vielen Wege. Genießt die Blicke über die Elbe auf die Insel Neßsand, lasst alle Abzweigungen nach rechts links liegen, lasst Bello auf den Hängen Stöckchen jagen und gelangt so nach ca. einer halben Stunde hinunter zur Straße Falkensteiner Ufer.



Nehmt nicht die erste Treppe die vom Waldweg aus links zur Straße hinabführt, sondern geht noch ein Stück auf dem Waldweg. Sobald dieser fast die Straße erreicht, geht zu ihr hinuter und spaziert gleich gegenüber an der Gabelung auf dem linken Weg weiter. Folgt dieser Straße stadtauswärts bis zu einem großen Parkplatz.
 
Vom Parkplatz aus geht es nach links an den Strand. Der Strand ist ein wahres Paradies für Hunde. Wüsste ich es nicht besser, ich würde bei jedem Besuch wieder davon ausgehen, dass ich in einem Robinson-Club für Fellnasen gelandet bin. Bei Ebbe kann Bello ganz vorzüglich durch das Sandwatt toben, bei Flut in der Elbe planschen. Immer wird der Kläffer hier Kumpels treffen und glücklich sein. Emma liebt den Strand und Frauchen hat ein klein wenig das Gefühl, am Nordseestrand zu sein.






Am Strand geht ihr nicht Richtung Leuchtturm, sondern nach links Richtung Blankenese und erreicht nach weiteren zwanzig Minuten die beiden Wasserrückhaltebecken des alten, 1859 erbauten Altonaer Wasserwerkes. Auf dem nahegelegenen Baursberg befand sich das erste Absetzbecken zur Filterung des Elbwassers. 1896 wurden dann diese Vorklärbecken am Falkensteiner Ufer errichtet. Die Anlage arbeitete als erste ihrer Art in Deutschland mit Sandfiltern, womit es gelang, Altona vor der großen Choleraepidemie im Jahr 1892 zu verschonen. Das östliche Becken wurde 2010 zur Elbe hin geöffnet. So entstand neuer Lebensraum für zahlreiche Jungfische, Kröten und anderes Getier.

Ihr steht nun auf der Straße und könnt ihr entweder weiter geradeaus folgen und hinter den Wasserbecken links eine recht häufig befahrene Straße hinauf zum Ausgangspunkt der Wanderung gehen. Ich gehe jedoch lieber die Straße ein Stück zurück und folge dem Wegweiser "Falkenstein" hangaufwärts. Über einige Stufen führt ein Weg zwischen zwei Häusern zu einer schmalen Asphaltstraße, der man nach rechts weiter den Hang hinauf zum Ausgangspunkt folgt.

Den Rundweg schaffen Mensch und Hund - ohne Pausen - in 90 Minuten. Wir haben heute dank ausführlichem Ballspiels zwei Stunden gebraucht und waren froh, als wir wieder am Auto waren. War wirklich frisch. Über die Elbchaussee ging es zurück nach Hause zu den wunderbar weichen Puddingschnecken, die am Vormittag in der Feldküche gebacken worden waren.

Da wir euch diese leckere Ferkelei nich vorenthalten wollen, öffnen wir die Feldküche. Heute gibt es

Puddingschnecken



Was man braucht

Für den Hefeteig

125 ml Milch
100 gr Butter
500 gr. Weizenmehl
1 Würfel Hefe
100 gr Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eier

Für die Füllung

2 Packungen Vanillepudding
80 gr. Zucker
750 ml Milch
100 gr Rosinen

2 EL Aprikosenmarmelade
1 EL Wasser

Wie man es macht

Milch für den Teig erhitzen. Die Hefe in einer Mischung aus einem Teelöffel Zucker, einem Esslöffel Mehl und vier Esslöffeln Milch auflösen. Diesen Vorteig abgedeckt 10 Minuten an einem warmen Ort - z.B. auf der Heizung - gehen und von einem Hund bewachen lassen.



In dieser Zeit die Butter in der restlichen Milch schmelzen lassen.

Mehl in eine Schüssel geben. In die Mitte eine Mulde drücken und dort den Vorteig hineingeben. Zucker, Vanillezucker, Salz, Eier und die Milch-Butter-Mischung dazugeben und alles in 5 Minuten mit dem Mixer (Knethaken) zu einem glatten Teig verrühren, abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen bis sich der Teig verdoppelt hat.

Während der Teig geht, könnt ihr den Pudding nach Packungsanleitung zubereiten, Rosinen unterheben und erkalten lassen. Wer keine Rosinen mag, läßt sie weg.

Teig aus der Schüssel nehmen, kurz durchkneten und auf einer bemehlten Fläche zu einem Rechteck ausrollen. Mit dem Pudding bestreichen und von der kurzen Seite her aufrollen. In 9 Scheiben schneiden und diese mit der Schnittfläche nach oben in eine mit Backpapier ausgelegte Auflaufform legen.

Schnecken noch einmal gehen lassen bis sie sich sichtbar vergrößert haben.

Ofen auf 180°C vorheizen und die Schnecken darin auf der mittleren Schiene 35 Minuten backen bis sie goldgelb sind.

Aprikosenmarmelade mit dem Wasser verrühren und die Schnecken damit bestreichen.




 Lasst es euch schmecken und geht entspannt in die neue Woche!


Sonntag, 6. Dezember 2015

Che bella - Hund Emma in Venedig - 2. Teil

Da ist er, der neue Siphon, der ab heute das Sodawasser für den Aperol-Spritz liefern wird. Der Nikolaus hat ihn in den Stiefel gesteckt und mich daran erinnert, dass ich euch noch den zweiten Teil des Reiseberichts aus Venedig schulde.



Der zweiten Teil des Berichts über eine Woche mit Hund Emma in Venedig.

Eine Woche in der wir ganz bewusst darauf verzichtet haben, die bekannten Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Markusplatz, Seufzerbrücke, Rialtobrücke usw., alles sehr nett anzuschauen, aber dies sind die Plätze, die Venedig zu Recht den Ruf bescheren, eine überfüllte, teure und auf Touristenabzocke spezialierte Stadt zu sein. Schlecht gekleidete Menschenmassen, die häßliche in China hergestellte Masken kaufen, € 10,00 für einen Kaffee bezahlen, Pizza in sich hineinstopfen und sich von den Tauben auf den Kopf machen lassen, um dann wieder zu verschwinden.

Versteht mich nicht falsch, wenn ihr noch nicht in Venedig wart, dann solltet ihr euch natürlich auch die Sehenswürdigkeiten wie den Markusplatz anschauen, aber am besten dann, wenn es die Anderen nicht machen. Frühmorgens oder am Abend wenn die Touristenmassen wieder weg und auf dem Markusplatz mehr Tauben als Menschen sind, ist dieser Platz grandios.

Anmerkung von Hund Emma: Dann kann man auch viel besser den Tauben nachjagen!



Ein Morgen auf dem Fischmarkt im Viertel Rialto, mit Besuch der gleichnamigen Brücke, unbedingt zu empfehlen. Aber meidet bitte die Touristen-Rush-Hour, es ist furchtbar!



Steigt besser am Lido oder am Bahnhof aufs Boot (Vaporetto Nr. 1), sichert euch einen Platz vorn auf dem Schiff und lasst euch vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten und Palästen gemütlich durch den Canal Grande schippern. Mit einer der Wochen- oder Tageskarten ist dies die beste und günstigste Möglichkeit, einen ersten und guten Eindruck davon zu gewinnen, was Venedig so einzigartig macht, das Wasser und der Umstand, dass man die Schönheit der Stadt in aller Ruhe vom Boot aus bewundern kann.


Merkt euch, an welchen Stationen ihr gern ausgestiegen wärt, bleibt an der Endstation sitzen, fahrt wieder zurück, steigt nach Lust und Laune aus und bummelt durch die Gassen. Wenn es euch zu voll wird, biegt einfach in eine der Seitenstraßen. Nur zwei Gassen neben den Haupttouristen-Routen ist Venedig vergleichsweise ruhig und einsam. Ihr werdet so viel mehr von Venedig sehen, als wenn ihr eine Sehenswürdigkeit nach der nächsten ansteuert. An den Hauptsehenswürdigkeiten werdet ihr trotzdem vorbei kommen. So groß ist Venedig nicht.

Neben einer Fahrt mit dem Vaporetto Nr 1 ist auch eine Minikreuzfahrt mit der Linie 4.1 vom Bahnhof durch den Canale della Giudecca, vorbei an der Friedhofsinsel San Michele auf die Insel der Glasbläser, Murano, unbedingt zu empfehlen.
 


Eine gute Stunde Mini-Cruise, großartige Blicke auf die Stadt, die Lagune und ihre Inseln inklusive.
  
Da ich schon mehrfach in Venedig war und die Sehenswürdigkeiten bereits durchlitten hatte, haben wir es ganz ähnlich gemacht.

Wir sind an Tag 2 mit dem Boot auf die Insel San Giorgio Maggiore gefahren. San Giorgio Maggiore ist eine der kleineren Haupt-Inseln Venedigs und liegt gegenüber vom Markusplatz. So klein wie sie ist, so wichtig ist sie für das Stadtbild. Vom Markusplatz aus gesehen liegt die Insel, die im wesentlichen aus der gleichnamigen Kirche und dem einem Benediktinerkloster besteht, links neben der langezogenen Insel La Giudecca. Die an einen griechischen Tempel erinnernde Kirche und der Campanile San Giorgio Maggiore bilden eine tolle Sichtachse vom Markusplatz über die Piazzetta und den Bacino di San Marco. Gäbe es die Insel mit Kirche und Campanile nicht, würde man bis zum Lido und auf das Meer schauen können. Wäre auch ganz schön, aber mit San Giorgio Maggiore ist es noch schöner. 


Die Kirche wurde nach den Plänen des Baumeisters Andrea Palladio errichtet und 1610 fertiggestellt. Das Innere der Kirche hat mich überrascht. Die Kirche ist im Vergleich zu anderen Kirchen in Venedig recht schlicht ausgestattet und sehr hell. Die Kirche San Giorgio Maggiore präsentierte im September 2015 eine der vielen Nebenausstellungen der Kunst-Biennale. Der spanische Künstler Jaume Plensa zeigte im Mittelschiff der Basilika einen großen, aus Metallgitter gefertigten Kopf, dem vom Altar aus eine segnende, aus Buchstaben gefertigte Hand entgegenschwebt. Das Werk heißt Together und ist sehr beeindruckend.



Geht man links an der Kirche vorbei und folgt der Uferpromenade, erreicht man nach einigen Metern eine hübsche Bar mit tollem Ausblick auf den Markusplatz. Gleich daneben kann man nach rechts zum Glass Tea House des japanischen Künstlers Hiroshi Sugimoto abbiegen. Das Glass Tea House ist einem Überbleibsel der Architektur Biennale 2014.


Am Ende der Uferpromenade liegt ein Yachthafen und das war es dann auch schon. Leider sind viele Bereiche der Insel nicht zugänglich, da sie Teil des Klosters sind. San Gorgio Maggiore zählte bei der letzten Volkszählung übrigens 11 ständige Bewohner, alles Männer, Kloster halt!
 

Und wenn man schon auf dieser Seite des Bacino di San Marco ist, sollte man mit dem Vaporetto zur nächsten Haltestelle fahren. Nach einer Minute ist man auf der Insel La Giudecca und damit auf einer Insel, die fast ausschließlich den Venezianern gehört. Mit Ausnahme von zwei Grand Hotels trifft man hier auf ganz normale Wohnhäuser, Werften und Geschäfte, spaziert entlang des Fondamente de la Crosa und genießt einmal mehr den unglaublich schönen Blick über den Canale della Giudecca.


La Giudecca ist Venedig in "Normal" ohne Schnickschnack und mit kleinen Einblicken in den Alltag und die Probleme der Stadt.


Und dann, an den anderen Tagen, was haben wir da gemacht?

Wir waren auf der Biennale di Venezia. Die Biennale Arte di Venezia findet alle zwei Jahre in den Giardini Pubblici im Stadtteil Castello statt. 28 Länder stellen in ihren nationalen Pavillons auf dem Gelände der Giardini aus. Mehrere Dutzend anderer Staaten, die auf diesem Areal keinen eigenen Pavillon haben, stellen während der Biennale über das gesamte Stadtgebiet verstreut in Palästen und auf öffentlichen Plätzen aus. Hund Emma durfte mit auf das Gelände der Biennale und hat es genossen, zwischen den Pavillons auf der Wiese zu liegen, in die Sonne zu blinzeln und auf die Frauchen zu warten.


In den Pavillon der USA durfte sie sogar mit hinein, was fast für einen kleinen Skandal gesorgt hätte. Der Künstler Joan Jonas hatte unter anderem einige Stöcke auf dem Boden arrangiert. Sehr zur Freude von Hund Emma, die mit dem Schwanz wedelnd gleich einmal einige der Kunstobjekte zum Spielen mit ins Freie nehmen wollte. Wir konnten das Drama zum Glück verhindern.

Begeistert hat mich der Nordische Pavillon. Der Pavillon der nordischen Länder wurde in diesem Jahr von der in Oslo lebenden Klangkünstlerin Camille Norment bespielt: Rapture. Von außen sah das aus wie nach einem furchtbaren Unwetter oder nach schlimmen Folgen von Vandalismus: Die Glasfront des Pavillons war aufgebrochen, großflächig Scherben überall, die Rahmen waren aus den Verankerungen gerissen. Im Innern hörte man eine Klanginstallation, Musik für Glasharmonika und Chor im Tritonus. Resonatoren brachten die Scherben zum Singen. Großartig!


Ganz anders, aber ebenfalls sehr beeindruckend, war der japanische Pavillon mit der Großinstallation The Key in the Hand von Chiharu Shiota, die seit 1996 in Berlin lebt. Ein dichtes Geflecht von rotem Garn zog sich durch den Pavillon, daran hingen unzählige Schlüssel (die Künstlerin hatte vor einiger Zeit im Netz dazu aufgerufen, ihr Schlüssel zuzusenden). Zwei Holzboote symbolisierten Hände die den Regen der Erinnerungen auffangen, für die die Schlüssel standen.


Man braucht mindestens einen ganzen Tag für die Biennale, besser zwei. Wir nahmen uns nur einen guten halben Tag, da wir noch sooo viel sehen wollten.

Wir bummelten durch die Stadtteile Canareggio, Castello, Dorsudoro, San Paolo, San Marco und Rialto. Immer ohne bestimmtes Ziel, immer wieder begeistert von der Schönheit der Stadt und überrascht von den vielen schönen Läden, Bars und Restaurants. Ich kann das nur empfehlen, lasst euch treiben und haltet die Augen offen, einen besseren Stadtführer als eure Neugier gibt es nicht.


Wenn ihr dann nach einem langen Tag und mit großem Hunger nach Hause geht, dann schaut vorher noch in der Feldküche vorbei und nehmt euch ein paar Cicchètti mit. Cicchètti sind leckere, hausgemachten Kleinigkeiten, die an spanische Tapas erinnern und die ihr in den vielen Weinbars der Stadt findet. Kleine Brotscheiben belegt mit Gemüse oder Salat, darauf gehäuft sind fein aromatisierte Käse- oder Quarkcremes in unterschiedlicher Konsistenz. Es gibt Fischmousse in allen Variationen, dazu Oliven, Kapern, Tomaten, frittierte und eingelegte Gemüsehäppchen, Fleischfrikadellen oder geröstete Brotscheiben mit Salami oder Schinken.

Aus der Feldküche kommen heute


Geröstetes Brot 
mit
 Kürbis und Speck

und

Geröstetes Brot
mit
Trauben, Ziegenkäse und Walnuß



Was man braucht

1 gutes Baguette, am besten ein selbstgemachtes

Für die Cicchètti mit Kürbis und Speck

1 kleinen Kürbis
4 Salbeiblätter
6 - 8 Scheiben Tiroler Speck
100 gr. Parmesan
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Für die Cicchètti mit Trauben und Ziegenkäse

10 Trauben, hell
Thymian, frisch
10 Walnußhälften
2 kleine Ziegenfrischkäse
1 Koblauchzehe
 Olivenöl
Salz
Pfeffer

Wie man es macht

Brot in Scheiben schneiden. Mit Olivenöl bestreichen. Auf ein Backblech legen und bei 180°C auf der mittleren Schiene im Backofen knusprig braun backen. Die Menge der Beläge reicht pro Sorte für ca. 8 Scheiben Baguette.


Cicchètti mit Trauben und Ziegenkäse

Trauben waschen, längs teilen und entkernen. Mit der Schnittfläche nach unten in eine Auflaufform legen, mit Olivenöl beträufeln, Thymianblättchen darüber streuen und salzen. Im vorgeheitzten Ofen bei 180°C auf der mittleren Schiene backen bis die Haut der Trauben hellbraun ist.

Walnußhälften in Olivenöl wälzen. In eine Auflaufform geben und im vorgeheitzten Ofen bei 180°C auf der mittleren Schiene rösten bis die Nüsse leicht gebräunt sind.

Ziegenkäse mit etwas Salz, Pfeffer und der zerdrückten Koblauchzehe vermengen.

Ziegenkäsemasse auf das Brot streichen. Trauben und Walnüsse darauf verteilen.


Cicchètti mit Kürbis und Speck

Kürbis schälen - wenn ihr einen Hokaidokürbis nehmt, kann die Schale dranbleiben - entkernen und in Würfel schneiden. Die Kürbiswürfel in Olivenöl wenden, Salbeiblätter in feine Streifen schneiden zum Kürbis geben, salzen und pfeffern und im vorgeheizten Ofen auf 180°c backen bis die Kürbiswürfel weich und leicht gebräunt sind.

Den Speck in Streifen reißen. Kürbiswürfel auf den Brotscheiben verteilen, Speck dazu geben und großzügig Parmesan darüberreiben.


Die Brote waren so lecker, dass der Besuch sie verputzt hatte, bevor ich ein Foto von ihnen machen konnte.

Bis ganz bald!